Dänemark

Alle Fakten zu dem Land Dänemark

Dänemark ist das kleinste skandinavische Land und besteht aus der Halbinsel Jütland und ca. 470 weiteren Inseln. Im Süden grenzt das Königreich an Deutschland, ansonsten gibt es rund um Dänemark nur natürliche Wassergrenzen. Unter der Oberhoheit des dänischen Könighauses stehen Grönland und die Färöer-Inseln, beide haben jedoch eine eigene Verwaltung.

Internationales Kennzeichen:

DK

Geographische Lage:

zwischen 54° 34´ und 57° 45´ nördlicher Breite sowie 8° 05´ und 15° 12´ östlicher Länge

Landesfläche:

43.094 km²
10% Wald
61% Ackerland
6% Wiesen und Weiden

Ausdehnung:

N - S 350 km

Küsten:

7.314 km

Hauptstadt:

Kopenhagen

Größte Städte:

Kopenhagen (ca. 1.346.200 Einwohner)
Århus (ca. 209.400 Einwohner)
Odense (ca. 143.000 Einwohner)
Ålborg (ca. 116.500 Einwohner)
Frederiksberg (ca. 88.700 Einwohner)

Gliederung:

14 Kreisgemeinden u.a. Jütland, Fünen, Seeland, Lolland-Falster, Bornholm

Geographisch Merkmale:

höchster Berg: Yding Skovho 173 m
größte Insel: Seeland 7104 km²

Beste Reisezeit:

Dänemark: Frühling, Sommer & Herbst
Grönland: Juni bis Oktober
Disko-Bay-Gebiet: März bis Mai

Ortszeit/Zeitzonen:

MEZ (UTC + 1)
März bis Oktober: MEZ + 1 (UTC + 2)
Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter www.zeit-online.de

Fremdenverkehrsamt:

Dänisches Fremdenverkehrsamt, Hamburg
Glockengießerwall 2
20095 Hamburg
Tel: (0 40) 32 02 10 (Mo bis Do 10-16 Uhr, Fr 10-14 Uhr)
Fax: (0 40) 32 02 11 11
Email: daninfo@dt.dk
Homepage: www.visitdenmark.com

Dänisches Tourismusbüro
Danmarks Turistrad, Headoffice, Kopenhagen V
Vesterbrogade 6 D
1620 Kopenhagen V/Dänemark
Tel: (0045) 33 11 14 15
Fax: (0045) 33 93 14 16
Email: dt@dt.dk

Landessprache:

Amtssprache ist Dänisch. Viele Dänen sprechen auch Deutsch, Englisch oder Französisch.
Auf den Färöern ist Färöisch Amtssprache, Dänisch Schulpflicht.

Währung:

1 Dänische Krone = 100 Øre
Aktueller Kurs: www.wechselkurse.de

Währungskürzel:

dkr, DKK (ISO-Code)
Banknoten gibt es im Wert von 1000, 500, 200, 100 und 50 dkr
Münzen in den Nennbeträgen 20, 10, 5, 2 und 1 dkr sowie 50 und 25 Øre
Dänemark ist Mitglied der Europäischen Union nimmt aber nicht am Eurosystem teil. Der Wechselkurs der dänischen Krone ist jedoch an den Euro angebunden, aber nicht festgelegt.

Kreditkarten:

Eurocard, MasterCard, American Express, Diners Club, Visa und alle anderen gängigen Kreditkarten werden angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarten

Reiseschecks:

Können in allen Banken und den meisten Hotels umgetauscht werden. Die meisten Restaurants und Geschäfte nehmen ebenfalls Reiseschecks an.

Bevölkerung:

5.283.000 Einwohner

Bevölkerungsdichte:

122.6 Menschen je km²

Post/Telegramm/Internet:

Post :In den Postämtern hängen Gebührenlisten für den Post- und Telefonverkehr aus
Telegramme: Öffentliche Telexstellen stehen im Haupttelegrafenamt in Kopenhagen 24 Std. zur Verfügung. Zur telefonischen Telegrammaufgabe wählt man 122.
Internet/E-Mail: Anbieter: Telepassport (www.telepassport.dk) und Business Net Danmark.
Internetcafés findet man in nahezu allen Städten.

Mobiltelefon:

Anbieter : Mobilix (GSM 1800; www.mobilix.dk), SONOFON (Dual Band 900/1800), TDK-MOBIL (GSM 900).

Strom:

220 V, 50 Hz

Vorwahlen:

Nach Deutschland: 0049
Von Deutschland: 0045

Öffnungszeiten:

Büros: Mo - Fr 8/9 Uhr bis 16/17 Uhr
Banken: Mo, Di, Mi und Fr 9.30-16 Uhr, Do 9.30-18 Uhr. Die Öffnungszeiten der Banken können verschieden sein, in Provinzen haben viele von 12-14 Uhr geschlossen.
Geschäfte: Mo - Do 9-17.30 Uhr, Fr 9-19 Uhr, Sa 9-12/14 Uhr. Bäckereien, Blumengeschäften, Kiosken usw. sind zum teil auch sonn- und feiertags geöffnet.
Post: Mo - Fr 9/10-17/18 Uhr, Sa 9-12 Uhr

Staatsform:

Konstitutionelle Erbmonarchie

Staatsführung:

Monarch

Staatsreligion:

Evangeliums

Visa:

Visumfrei. Notwendig: gültiger Reisepass oder Personalausweis

Botschaften/Konsulate:

Botschaft des Königreichs Dänemark
mit Konsularabteilung, Berlin
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Rauchstraße 1
10787 Berlin
Sprechzeit: Botschaft Mo bis Fr 9-16 Uhr, Konsularabt. Mo bis Fr 9-11 Uhr
Tel: (0 30) 50 50 20 00
Tel. Konsularabt.: (0 30) 50 50 20 80
Fax: (0 30) 50 50 20 50
Email: beramb@um.dk
Homepage: www.daenemark.org

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Kopenhagen
Stockholmsgade 57
2100 Kopenhagen
Tel: (0045) 35 45 99 00
Tel. Visa-Abt.: (0045) 35 45 99 11 (ab 13.30 Uhr)
Fax: (0045) 35 26 71 05

Geografie

Die Halbinsel Jütland bildet das dänische Festland. Sie erstreckt sich etwa 300 km weit von der deutschen Grenze nach Norden. Dünen, Haffs und Sandbänke schützen die dänische Westküste vor den schweren Nordseestürmen. Die 406 Inseln liegen in der Ostsee, an die auch Jütlands östliches Flachland grenzt. Nur 80 dieser Inseln sind bewohnt. Dänemark erhebt sich im Durchschnitt nur 30 Meter über den Meeresspiegel.

Die Gletscher der Eiszeiten formten die dänische Landschaft. Ein Endmoränengürtel trennt Ost- und Westjütland.
Das größte Haff, der Limfjord, durchschneidet Jütland, das nördlich im sandigen nach Schweden zeigenden Kap Skagen ausläuft. Östlich von Jütland, abgetrennt durch den kleinen Belt liegt die Insel Fünen, der sich südöstlich die kleinere Insel Langeland anschließt. Jenseits des Großen Belts liegt die Insel Seeland, an deren Ostküste sich die dänische Hauptstadt Kopenhagen befindet. Weitab im Osten liegt die Granitinsel Bornholm. In Grönland leben mehr als 55.000 Menschen, davon 48.000 Inuit. Die grönländische Hauptstadt ist Nuuk. Seit 1380 war Grönland dänische Kolonie, seit 1953 Teil Dänemarks.

Die Färöer (Hauptstadt: Torshavn, Fläche: 1.399 Quadratkilometer, 44.800 Einwohner) waren von 1035 bis 1814 norwegisch. Für das milde, gemäßigte Klima ist in erster Linie der Golfstrom verantwortlich.

Das Klima Dänemarks ist von seiner nördlichen Lage (Nähe zu durchziehenden Tiefdruckgebieten) und vom Golfstrom geprägt: Oft weht ein mäßiger bis starker Wind, vorzugsweise aus westlichen Richtungen, die Sommer sind für mitteleuropäische Verhältnisse kühl, die Winter mild, das ganze Jahr über fällt ausreichend Niederschlag. Die Aufforstung mit Nadelgehölzen hat die ursprünglichen Laubwälder verdrängt. Die meisten Anpflanzungen dienen dem Windschutz und dadurch der Verhinderung des Sandflugs an der Nordsee.

Abgesehen vom Rotwild haben sich in den Wäldern kaum größere Wildtiere erhalten. Im Gegensatz dazu gibt es eine artenreiche Vogelwelt. Umweltverschmutzung ist die Hauptursache für Schädigungen der Tierwelt in Binnen- und Küstengewässern.
In Dänemark sind die Rohstoffe Erdöl, Erdgas, Fisch, Salz und Kalkstein zu finden.
Drei Weltkulturerbestätten sind in Dänemark zu finden: Grabhügel, Runen und Kirche von Jelling sowie die Kathedrale von Roskilde und das Schloss Kronborg bei Helsingør.

Sprache

Die Amtssprache Dänemarks ist Dänisch, in Sønderjylland (Nordschleswig) auch Deutsch, auf den Färöern Färöisch und in Grönland Grönländisch.
Dänisch ist eine nordgermanische Sprache.
Der dänische Wortschatz enthält viele niederdeutsche Lehnwörter. Niederdeutsch war die traditionelle lingua franca des Nordens und der Hanse, zeitweise auch die Sprache der dänischen Könige und des Hofes. Heute ist Englisch die wichtigste Fremdsprache in Dänemark, aber auch das Deutsche und Französische haben noch immer einen nicht unerheblichen Einfluss. Die Mehrheit der Schüler lernt Deutsch.

Religion

Die große Mehrheit der Dänen gehört zur staatlich verankerten evangelisch-lutherischen "Folkekirke" (Volkskirche), die in der Reformationszeit bruchlos und unter Beibehaltung vieler Traditionen und Zeremonien aus den katholischen Bistümern des Landes entstand.

Katholiken (Bistum Kopenhagen) (35 000 [0,6 %]) und Muslime sowie Angehörige anderer religiöser Minderheiten sind größtenteils Immigranten.

Geschichte

Dänemark wurde um 980 von Harald Blauzahn erstmals geeint. Bis weit in das 11. Jahrhundert wurden die Dänen als Wikinger bezeichnet, welche in ganz Europa Kolonien gründeten und Handel trieben, aber auch ganze Länder und Landstriche plünderten und Kriege führten.

Mehrmals in der Geschichte kontrollierte Dänemark England, Norwegen, Schweden und weite Teile der Ostseeküsten und Norddeutschlands. Schonen (ein Teil des heutigen Schwedens) war beispielsweise lange Zeit Teil Dänemarks und ging erst 1658 an Schweden. Die dänisch-norwegische Personalunion löste sich durch den Frieden von Kiel 1814 auf, als Norwegen zu Schweden fiel (bis 1905). Grönland, Island (bis 1944) und die Färöer verblieben ebenso bei Dänemark wie Dänisch-Westindien (bis 1917). Siehe auch: Dänische Kolonien.

Die Dänische Nationalbewegung und die Liberalen begannen in den 1830er Jahren an Macht zu gewinnen, und nach den europäischen Revolutionen um 1848 (vergleiche Märzrevolution) etablierte sich Dänemark 1849 zu einer konstitutionellen Monarchie unter der Linie Glücksburg des Hauses Oldenburg: Es erhielt seine erste Verfassung. Eine wichtige Rolle spielte in dieser Zeit der bedeutende dänische Theologe, Pädagoge, Dichter und Politiker N.F.S. Grundtvi.

Nach dem Zweiten Schleswigschen Krieg 1864 war Dänemark gezwungen, Schleswig-Holstein an Preußen abzutreten. Hieran erinnert heute noch die nationale Gedenkstätte bei den Düppeler Schanzen, wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird.

Diese Niederlage bewirkte tiefe Einschnitte in der Entwicklung der nationalen Identität Dänemarks, die Innenpolitik erfuhr einen Linksruck, die Außenpolitik der Nation nahm einen strikten Neutralitätskurs an, und behielt diesen bis nach dem Ersten Weltkrieg bei.

Nach dem Ersten Weltkrieg verschob sich die deutsch-dänische Grenze erneut, diesmal nach Süden, im Jahre 1920 wurde ihr genauer und bis heute gültiger Verlauf per Abstimmung festgelegt, Nordschleswig ging wieder an Dänemark. Als Folge der häufigen Grenzverschiebung existieren auf beiden Seiten Minderheiten der jeweils anderen Nationalität mit besonderen Rechten, auf deutscher Seite in Schleswig-Holstein zum Beispiel ist der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) bei Landtagswahlen von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen und regelmäßig im Kieler Landtag vertreten.

Am 9. April 1940 wurde Dänemark von Deutschland (Operation Weserübung) besetzt und blieb bis Ende des Zweiten Weltkriegs unter deutscher Besatzung. Der Widerstand des dänischen Volkes gegen den Holocaust war vorbildlich. Als Protest gegen die Einführung des Judensterns in Dänemark heftete sich der König das Abzeichen an die Kleidung und ritt durch das Land. Im Oktober 1943 kam es zu einer beispiellosen Tat: Die Rettung der dänischen Juden durch das dänische Volk.

Nach dem Krieg war Dänemark Gründungsmitglied der NATO, und wurde 1973 nach einer Volksabstimmung Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.
1989 hat Dänemark als erstes Land der Welt zivilrechtliche Partnerschaften für Homosexuelle eingeführt.

Politik

Dänemark ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Das Staatsoberhaupt, das jedoch nur repräsentative Funktionen wahrnimmt, ist die Königin oder der König. Derzeitiges Staatsoberhaupt ist Königin Margrethe II. Das dänische Parlament, das Folketing, besteht aus 179 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Unter den 179 befinden sich zwei aus Grönland und zwei von den Färöer-Inseln. Im Folketing sind acht Parteien vertreten:
• die Liberale Partei (Venstre)
• die Sozialdemokratische Partei (Socialdemokratiet)
• die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti)
•die Konservative Volkspartei (Det Konservative Folkeparti)
•die Sozialistische Volkspartei (Socialistisk Folkeparti)
• die Sozialliberale Partei (Det Radikale Venstre)
• die Einheitsliste (Enhedslisten)
•die Christdemokratische Partei (Kristendemokraterne)
Die derzeitige Regierung unter der Leitung von Anders Fogh Rasmussen besteht aus der liberalen Partei ("Links") und der Konservativen Volkspartei.

Verwaltungsgliederung

Dänemark wird in 13 Ämter und in 271 Kommunen eingegeteilt. Die 13 Ämter sind:
• Århus Amt,
• Frederiksborgs Amt,
• Fyns Amt (Fünen)
• Københavns Amt (Kopenhagen),
• Nordjyllands Amt (Nordjütland),
• Ribe Amt,
• Ringkjøbing Amt,
• Roskilde Amt,
• Sønderjyllands Amt (Südjütland),
• Storstrøms Amt,
• Vejle Amt,
• Viborg Amt und
• Vestsjællands Amt (Westseeland).

Infrastruktur

Das dänische Schienennetz war im Jahr 2000 etwa 2.875 Kilometer lang. Neben dem staatlichen Eisenbahnunternehmen Danske Statsbaner werden speziell die Nebenstrecken häufig von Privatbahnen befahren.

Das Land verfügt über vier internationale Flughäfen in Kopenhagen, Billund, Aalborg sowie Århus.

Wirtschaft

Der Tourismus boomt in Dänemark seit Jahren: 1999 kamen mehr als zwei Millionen Besucher, darunter eine Million Deutsche. Die Einnahmen aus dem Tourismus betrugen in dem Jahr 3,31 Milliarden US-Dollar.

Schulsystem

Die Schulbildung beginnt in Dänemark mit der neunjährigen Volksschule (Folkeskole), die mit der Abschlussprüfung FSA (Folkeskolens Afgangsprøve) endet. Eine Trennung der Schüler vor der 9. Klasse findet nicht statt, es besteht insofern eine neunjährige Gemeinschaftsschule. Nach der Abschlussprüfung, dieeinem anspruchsvollen Hauptschulabschluss gleichzusetzen ist, bieten sich den Schülern je nach Eignung mehrere Wege an.

Zunächst gibt es die Möglichkeit, nach der 9. Klasse noch ein Jahr auf die Folkeskole zu gehen und die Erweiterte Abschlussprüfung zu absolvieren (die sog. FSU). Diese entspricht in etwa dem Realschulabschluss. Da viele Folkeskolen keine 10. Klasse anbieten, wählen viele Schüler, ein Jahr auf einer sog. Efterskole zu absolvieren. Dies sind Internate, in dem die Jugendlichen neben den Fächern der 10. Klasse vor allem soziale, künstlerische, sportliche oder musikalische Kompetenzen weiter entwickeln sollen, wobei der Schwerpunkt bei jeder Efterskole anders gelegt wird. Aufgrund der relativ niedrigen Kosten ist es für praktisch alle Eltern möglich, Ihre Kinder auf so eine Efterskole zu schicken. Oftmals wird dies gemacht, wenn man den Schüler noch nicht als reif für das Gymnasium betrachtet.

Weiterführende Schulen nach der Folkeskole sind das Gymnasium, das Handelsgymnasium (HHX) sowie das technische Gymnasium (HTX).

Das Gymnasium ist mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar und endet mit dem dänischen Abitur, dem sog. Studentereksamen. Vom Niveau und vom Umfang der Hochschulreife her entspricht das Studentereksamen dem deutschen Abitur, d.h. es ist mit dem Studentereksamen möglich, alle Studiengänge in Dänemark zu studieren, wobei es für bestimmte Studiengänge jedoch erforderlich ist, bestimmte Kurse im Abitur belegt zu haben. Es gibt am Gymnasium zwei Linien, die sprachliche "sproglig linie" und die mehr mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte "matematisk linie". Da die mathematische Linie jedoch auch viele sprachliche Fächer enthält und neben 2 Jahren Englisch auch eine 2. Fremdsprache über 2 Jahre genommen werden muss, bietet die matematisk linie praktisch deutlich mehr Möglichkeiten, so dass sie von mehr Schülern gewählt wird

Der Besuch des Gymnasiums dauert 3 Jahre, entspricht also der gymnasialen Oberstufe. Je nachdem, ob man nach der 9. oder 10. Klasse aufs Gymnasium geht, dauert es also 12 oder 13 Jahre bis zum Abitur. Da ein Leistungsunterschied zwischen den Schülern, die aus der 9.Klasse kommen im Vergleich zu denen, die nach der 10. Klasse kommen, nicht einwandfrei festgestellt werden kann, ist ein Abitur in Dänemark insofern nach 12 Jahren problemlos möglich. Es gibt für die belegten Kurse 3 Niveau-Arten, das A-,B- und C-Niveau. Das A-Niveau entspricht deutschem Leistungskursniveau, B-Niveau deutschem Grundkursniveau und C-Niveau einer grundlegenden Einführung. Kurse, die nur ein Jahr belegt werden, entsprechen dem C-Niveau (Beispielsweise Musik sowie Kunst), zweijährige Kurse B-Niveau (Beispielsweise Englisch bei der matematisk linie) und dreijährige Kurse entsprechen dem A-Niveau. Jeder Schüler muss drei Jahre Geschichte und Dänisch belegen, so dass diese beiden Kurse automatisch A-Niveau erhalten. Ferner müssen zusätzlich mindestens zwei, maximal drei andere A-Niveau Fächer hinzugewählt werden, beispielsweise Physik, Chemie, Mathematik oder mehrere Sprachen.

Die A-Niveau Fächer werden nach 3 Jahren schriftlich geprüft, zusätzlich noch 3 mündliche Fächer, wobei die Fächer ausgelost werden. Ganz Dänemark hat ein Zentralabitur, die schriftlichen Übungsaufgaben sind insofern in ganz Dänemark identisch. Die mündlichen Prüfungen werden vom jeweiligen Lehrer abgenommen, zusätzlich sitzt ein neutraler "Censor" im Raum, der von einer anderen Schule kommt und gleichberechtigt mit dem Lehrer über die mündliche Note entscheidet.

Das dänische Notensystem ist auf einer 13 Punkte Skala aufgeteilt, wobei 00 das schlechteste ist und 13 das beste. Verglichen mit dem deutschen System stellt es sich so da (die Noten 1,2,4 sowie 12 gibt es nicht): (Dänisch = Deutsch)(00=6;03,5=5;6=4;7=3-4;8=3;9=2-;10=1-2;11=1;13=1+)

Alle dänischen Studiengänge unterliegen einem NC, eine Zentralstelle vergibt die Studienplätze nach dem Notendurchschnitt (sog. Kvote 1 Verfahren). Ferner wird ein gewisser Prozentsatz der Studienplätze nach Sozialkriterien vergeben, wobei man hier seine Chancen durch soziale Arbeit verbessern kann (sog. Kvote 2 Verfahren). Ähnlich wie in Deutschland sind einige Fächer sehr überlaufen, so dass es schwer ist, einen Platz zu bekommen (z.B. Medizin, Medienwissenschaften), während andere Fächer einen sehr niedrigen Schnitt verlangen, so dass dort jeder Bewerber aufgenommen wird.

Neben dem oben genannten Studentereksamen gibt es in Dänemark noch zwei andere Examensarten, das Handelsschulexamen HHX (Højere Handelseksamen) sowie das technische Abitur HTX. Während ersteres vor allem für jene interessant ist, die eine Tätigkeit in der Wirtschaft anstreben, ist das HTX vor allem für Schüler interessant, die später einen Ingenieurberuf anstreben. Jedoch können diese Berufe auch von Absolventen des Studentereksamens ergriffen werden, manchmal wird dann jedoch ein längeres Berufspraktikum verlangt. Das HHX und HTX sind also fachgebundene Hochschulreifen, die nicht an die Flexibilität des Studentereksamens heranreichen, dafür jedoch in Ihrem Fachbereich zu einer intensiveren Vorbildung führen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, nach der 9. Klasse statt des Besuchs einer weiterführenden Schule eine Lehre zu absolvieren. Hierfür gibt es ebenfalls Berufsschulen, bei denen Theorie und Praxis kombiniert werden.

Das dänische Schulsystem differenziert daher bis zum Ende der Folkeskole überhaupt nicht, danach jedoch sehr stark. Oftmals wird der Niveausprung von der Folkeskole zum Gymnasium als sehr drastisch empfunden, was erklärt, wieso sich viele Dänen für die 10. Klasse entscheiden. In der öffentlichen Diskussion wird der Niveauunterschied zwischen der Folkeskole und dem darauffolgenden Gymnasium oftmals diskutiert, jedoch ist grundsätzlicher Konsens, dass an der Politik der späten Differenzierung festgehalten werden soll. Eine frühe Trennung der Schüler wie sie in Deutschland nach der Grundschule stattfindet, wird abgelehnt.

Literatur

Weltweit bekannt ist der Dichter Ludvig Holberg (geboren als Norweger); er schrieb vornehmlich Komödien und einen satirischen Roman; zudem trat er als Geschichtsschreiber hervor.

Den bedeutendsten dänischen Beitrag zur Weltliteratur machten der Märchen-Autor Hans Christian Andersen, die Schriftstellerin Karen Blixen (in Deutschland unter ihrem Pseudonym Tania Blixen verlegt) so wie der Nobelpreisträger Johannes Vilhelm Jensen (Nobelpreis 1944), dessen Roman Kongens Fald erst kürzlich von einigen dänischen Zeitungen zum (dänischen) Buch des Jahrhunderts gewählt worden ist.

Weitere Träger des Literaturnobelpreises aus Dänemark sind Karl Gjellerup und Henrik Pontoppidan, die sich 1917 den Preis teilten.

Wichtige Impulse für den literarischen Impressionismus gingen von dem Schriftsteller Herman Bang aus.

Obwohl weitgehend eher als Philosoph bekannt, erlangte Søren Kierkegaard auch als hochrangiger Literat großes Ansehen.

Film

In der Epoche des Stummfilms war Dänemark der größte Filmproduzent nach den USA, Deutschland und Frankreich. Wenngleich die Position des Landes auf dem internationalen Filmmarkt mit dem Aufkommen des Tonfilms zusammenbrach, fanden anspruchsvolle Produktionen weltweit Beachtung. Vor allem in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts sicherte sich das dänische Kino durch die Filmbewegung Dogma 95 wieder ihre Führungsposition auf dem internationalen Filmmarkt. Bekannte dänische Regisseure sind:
• Carl Theodor Dreyer
• Lars von Trier
• Bille August
• Erik Balling (Die Olsenbande)

Ausländische Filme werden in Dänemark nicht synchronisiert sondern lediglich mit Untertiteln versehen. Einzige Ausnahme bilden Kinderfilme.

Musik

• Thulla
• Eivør Pálsdóttir
• Kim Larsen
• Anne Linnet
• Hanne Boel
• Hans Groß
• TV2
• Sorten Muld
• Shu-Bi-Dua

Plattenfirmen

• Cope Records

Sonstiges

Einer der berühmtesten Exportartikel Dänemarks ist der Legostein, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts von einem dänischen Zimmermann erfunden wurde.

Tourismus

Dänemark ist bekannt als ein kleines "hyggeliges" (= gemütliches) Königreich auf vielen Inseln, mit kleinen Städten und Dörfern. Sogar die größeren Städte sind klein (Ausnahme Kopenhagen). Besuchenswert sind Odense, Fünen, Århus, Aalborg, Skagen - der nördlichste Punkt Dänemarks, Helsingør, die Insel Bornholm, die Steilküste von Møns Klint und, natürlich, Dänemarks schöne Küste mit langen weißen Stränden an der Nordsee und der Ostsee.
Eine Welt für sich ist die Inselwelt der dänischen Südsee mit "Juwelen" wie der Insel Ærø.

Kopenhagen

Eine eigene Reise ist Kopenhagen wert mit seinen Schlössern, Wachwechseln, dem Tivoli-Park, mit dem Wahrzeichen Die kleine Meerjungfrau, und mit seiner neuen Brücke über den Öresund nach Schweden.

Essen und Trinken

Dänemarkbesucher sollten einheimisches Bier probieren (Carlsberg, Tuborg oder Faxe), die typischen roten Würstchen (Pølser), das Nationalgericht Smørrebrød und viele bekannte Fischgerichte.

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