Istanbul

Einleitung

Istanbul, das alte Konstantinopel, ist die größte Stadt der Türkei und wurde unter dem Namen Byzantion gegründet. Jährlich kommen viele Urlauber in die Metropole, um ihr ganz besonderes Flair zu spüren und die zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Istanbul ist eine riesige Stadt mit vielen Gesichtern, die es zu entdecken gilt: Die eigentliche Stadt hat fast 10 Millionen Einwohner und erstreckt sich sowohl auf der europäischen wie auf der asiatischen Seite des Bosporus. Damit ist Istanbul die einzige Stadt der Erde, die auf zwei Kontinenten liegt. Mit ihrer fast dreitausendjährigen Geschichte ist sie eine der ältesten noch bestehenden Städte der Welt. Istanbul ist das Kultur- und Wirtschaftszentrum der Türkei. Istanbul ist traditionell der Sitz des Patriarchen von Konstantinopel, zu dem einige orthodoxe Kirchen in der heutigen Türkei gehören und der als Oberhaupt der gesamten Orthodoxie anerkannt wird. Die Stadt ist Sitz eines armenischen Erzbischofs und des Erzbischofs der türkisch-orthodoxen Gemeinde.

Istanbul ist darüber hinaus Universitätsstadt und beherbergt einige Bibliotheken, zahlreiche Museen sowie ausländische Kulturinstitute. Die Altstadt von Istanbul wurde 1985 auf Grund ihrer historischen Bedeutung in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Entwicklung des Namens

Der ursprünglich thrakische Name Istanbuls, Byzantion, wurde später auf einen der legendären Gründer zurückgeführt. Aus Byzantion wurde unter den Römern Byzantium und im Laufe der Zeit Byzanz. Der Name Konstantinupolis, woraus im Deutschen Konstantinopel, im Englischen Constantinople wurde, stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Stadt des Konstantin". Die osmanische Variante des Namens lautet Konstantiniyye, im armenischen ist es Gostantnubolis. Für die slawischen Völker (Russen, Serben und Bulgaren) hieß die Stadt Tsarigrad (Stadt des Zaren bzw. Kaisers).

Der heutige Name Istanbul entwickelte sich erst nach der Einnahme der Stadt durch die Osmanen. Er leitet sich angeblich vom griechischen stin Poli, "in die Stadt", ab. Die Zwischenform Stambul war während des 19. Jahrhunderts gebräuchlich. Aus der Gewohnheit ein "i" vor Worte zu setzen, die mit zwei Konsonanten beginnen wurde aus Stambul das türkische Istanbul.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

Die bekanntesten Museen in Istanbul sind Topkapi Sarayi, ein ehemaliger Sultanspalast, das Museum Istanbul Modern und der Dolmabahce Sarayi, ebenfalls ein früherer Sultanspalast, der im 19. Jahrhundert im neubarocken Stil erbaut wurde. Viele der berühmten Moscheen wurden inzwischen in Museen verwandelt, die eindrucksvolle Einblicke in die Zeit der Osmanen gewähren.

Auch nichtmuslimische Besucher sind willkommen, müssen jedoch währen der Gebetszeiten draußen bleiben. Die Moscheen haben Jahrhunderte lang Erdbeben getrotzt und sind in der Bauweise und Stabilität nahezu einmalig. Ein Besuch in einer Moschee ist für jeden Touristen ein Muss. Es gibt auch zahlreiche Kunstmuseen, bei denen es sich auch lohnt, sie zu besuchen. Die wichtigsten und wertvollsten Gemälde der Türkei sind in den Museen von Istanbul.

Freizeit und Erholung

Wegen der Verschmutzung des Meeres verschwanden die in der Stadt gelegenen traditionellen Badeorte allmählich, seit einigen Jahren jedoch eröffnen alte Plätze neu. Zu den beliebtesten Orten innerhalb der Stadt gehören Bakirköy, Kücükcekmece, Sariyer und der Bosporus, außerhalb der Stadt sind es am Marmarameer die Prinzeninseln, Silivri und Tuzla sowie am Schwarzen Meer Kilyos und Sile.

Die Prinzeninseln (Kizil Adalar) sind eine Inselgruppe im Marmarameer vor den Stadtteilen Kartal und Pendik. Mit ihren Kiefern- und Pinienwäldern, hölzernen, vom Jugendstil geprägten Sommervillen aus der Wende zum 20. Jahrhundert, Pferdekutschen (Motorfahrzeuge sind nicht erlaubt) und Fischrestaurants sind sie ein beliebtes Ausflugsziel. Sie sind mit Fährschiffen und Schnellfähren (Deniz otobüsü) von Eminönu und Kartal aus zu erreichen. Von den neun Inseln sind vier besiedelt.

Sile ist ein bekannter türkischer Badeort am Schwarzen Meer, 50 Kilometer von Istanbul entfernt. Die Winde und die Wellen sind rau und die Strömungen des Schwarzen Meeres nicht ganz ungefährlich. Seit den 1980er Jahren wurden Feriensiedlungen und Hotels ausgebaut. Außerhalb von Sile sind unberührte weiße Sandstrände zu finden, die zum verweilen einladen.

Kilyos ist ein kleiner ruhiger Badeort unweit dem europäischen Eingang des Bosporus am Schwarzen Meer. Der Ort verfügt über gute Bademöglichkeiten und wurde in den letzten Jahren unter den Einwohnern von Istanbul als Ausflugsort populär. Kilyos bietet ein Ferienressort mit (Fisch-)Restaurants und Diskotheken.

Kulinarische Spezialitäten

In den zahlreichen Restaurants und Lokalitäten in Istanbul werden dem Gast Speisen aus internationaler und einheimischer Küche serviert. Letztere ist dabei sehr vielseitig und bietet für jeden Geschmack etwas. Die meisten einheimischen Lokale bieten ein Standard-Angebot von Mahlzeiten, die sich nur im Preis und der Dekoration unterscheiden. Nur in Üsküdar und Kadiköy kann man ein paar Restaurants mit osmanischen Gerichten finden. In der Türkei werden die Mahlzeiten so zubereitet, dass sie nach der Hauptzutat schmecken und nicht von Soßen oder zu vielen Gewürzen überdeckt werden. Lamm- und Rindfleisch werden deshalb meistens gegrillt oder am Spieß sparsam gewürzt serviert. Dazu gibt es entweder Kartoffeln, Salat und Reis oder Bulgur (grob geschroteter Weizen). Außer der Fastfood-Variante mit den dünn geschnittenen Döner-Scheiben im Brot (pide) gibt es viele andere Zubereitungsmöglichkeiten für Fleisch.

Aus Ostanatolien stammen die Variationen sac kebab (geschnetzeltes Lammfleisch mit Champignons und Tomaten, in der Pfanne gebraten) oder patlican kebab (mit Hackfleisch gefüllte Auberginen am Spieß). Geflügel gibt es überwiegend aus dem Ofen. In einigen Restaurants dominieren Fisch und Meeresfrüchte die Speisekarte. Empfehlenswert sind fener balgi (Seeteufel), kalkan bagig (Steinbutt), levrek (Seebarsch), lüfer (Blaubarsch) und palamut (Thunfisch). Schmackhaft ist auch frischer Hummer (istakoz). Gern gegessen wird auch balık ekmegi (Fischbrot). Für die berühmte Schwarzmeersardine (hamsi) gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Zubereitung: Die Auswahl reicht von Hamsi-Suppe bis zur Hamsi-Nachspeise.

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