Kroatien

Alle Fakten über Kroatien.

Im Westen von Kroatien zieht sich ein 5.835 km langen Küstenstreifen am Adriatischen Meer entlang. Im Norden wird das Land von Ungarn und Slowenien, im Osten von Serbien, Montenegro und von Bosnien-Herzegowina begrenzt.

Internationales Kennzeichen:

HR

Geographische Lage:

zwischen 42° 24´ und 46° 32´ nördlicher Breite sowie 13° 29´ östlicher Länge

Landesfläche:

55.538 km²
35% Wald
57% Acker- und Weideland

Ausdehnung:

N – S 400 km
W – O 450 km

Küsten:

5.835 km

Hauptstadt:

Zagreb

Größte Städte:

Zagreb (ca. 867.700 Einwohner)
Split (ca. 200.400 Einwohner)
Rijeka (ca. 167.900 Einwohner)

Gliederung:

20 Provinzen: Bjelovarsko-Bilogorska Zupanija, Brodsko-Posavska Zupanija, Dubrovacko-Neretvanska Zupanija, Istarska Zupanija, Karlovacka Zupanija, Koprivnicko-Krizevacka Zupanija, Krapinsko-Zagorska Zupanija, Licko-Senjska Zupanija, Medimurska Zupanija, Osjecko-Baranjska Zupanija, Pozesko-Slavonska Zupanija, Primorsko-Goranska Zupanija, Sibensko-Kninska Zupanija, Sisacko-Moslavacka Zupanija, Splitsko-Dalmatinska Zupanija, Varazdinska Zupanija, Viroviticko-Podravska Zupanija, Vukovarsko-Srijemska Zupanija, Zadarska Zupanija, Zagrebacka Zupanija
1 Hauptstadtregion

Geographische Merkmale:

höchster Berg: in den dinarischen Alpen 1831 m
längster Fluss: Save (Teil) 940 km

Beste Reisezeit:

Sommer

Ortszeit/Zeitzonen:

MEZ (UTC + 1)
März bis Oktober: MEZ + 1 (UTC + 2)
Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter
www.zeit-online.de

Fremdenverkehrsamt:

Kroatische Zentrale für Tourismus, Frankfurt/M.
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland, Schweiz
Kaiserstraße 23
60311 Frankfurt/M.

Tel: (0 69) 238 53 50
Fax: (0 69) 23 85 35 20
Email: KZFT@gmx.de;kroatien-info@gmx.de
Homepage: www.croatia.hr

Croatian National Tourist Board, Zagreb
Iblerov trg 10/IV
10000 Zagreb
Kroatien

Tel: (00385 1) 455 64 55
Fax: (00385 1) 455 78 27
Email: info@htz.hr
Homepage: www.croatia.hr

Außerdem gibt es "Die Kroatischen Engel" . Bieten touristische Informationen in kroatischer, deutscher, englischer und italienischer Sprache vom 15. Juni bis 30. September täglich von 8-24 Uhr.
Tel.: 062 999 999

Landessprache:

Amtssprache ist Kroatisch (lateinische Schrift). Serbokroatisch (kyrillische Schrift) wird von der serbischen Bevölkerung gesprochen.

Währung:

1 Kuna = 100 Lipas
Den aktuellen Kurs gibt es unter www.wechselkurs.de.

Währungskürzel:

Kn, HRK (ISO-Code)
Banknoten sind im Wert von 1000, 500, 200, 100, 50, 20, 10 und 5 Kn im Umlauf
Münzen gibt es in den Nennbeträgen 5, 2 und 1 Kn sowie in 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Lipa

Kreditkarten:

Die meisten Kreditkarten werden weitgehend akzeptiert.
Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks:

Werden weitgehend angenommen, sollten jedoch in Euro oder US-Dollar ausgestellt sein.

Bevölkerung:

4.480.000 Einwohner

Bevölkerungsdichte:

79.2 Menschen je km²

Post/Telegramm/Internet:

Fax: Faxservice ist weitverbreitet.
Internet/E-Mail: Hauptanbieter: Hrvatske Telekomunikacije .
In Zagreb und anderen größeren Städten gibt es Internetcafés.

Strom:

220 V, 50 Hz

Vorwahlen:

Nach Deutschland: 0049
Von Deutschland: 00385

Öffnungszeiten:

Büros: Mo bis Fr 8.30-17 Uhr;
Geschäfte: Mo bis Fr 8-20 Uhr, Sa 8-14 Uhr, viele Geschäfte sind bis 22 Uhr und auch an Sonntagen geöffnet.
Banken: Mo bis Fr 7-19 Uhr, Sa 8-13 Uhr;
Postämter: Mo bis Fr 7-19 Uhr, Sa 7-13 Uhr.

Staatsform:

Parlamentarisch-demokratische Republik

Staatsführung:

Präsident

Staatsreligion:

keine

Impfbestimmungen:

Die aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes gibt es unter www.crm.de.

Visa:

Visumfrei für 90 Tage. Notwendig gültiger Reisepass oder Personalausweis für die Dauer des Aufenthaltes.

Botschaften/Konsulate:

Botschaft der Republik Kroatien
mit Konsularabteilung, Berlin
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Ahornstraße 4
10787 Berlin

Sprechzeit: Mo bis Fr 9.30-17 Uhr, Konsularabteilung: Mo bis Fr 9.30-14 Uhr
Tel: (0 30) 21 91 55 14
Tel. Konsularabt.: (0 30) 23 62 89 53/5
Fax: (0 30) 23 62 89 65
Fax Konsularabt.: (0 30) 23 62 89 67
Email: info@kroatische-botschaft.de
Homepage: www.kroatische-botschaft.de

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Zagreb
Ulica grada Vukovara 64
10000 Zagreb

Tel: (00385 1) 615 81 00/02, 615 81 05/06
Tel. Pass- und Visastelle: (00385 1) 615 81 04
Fax: (00385 1) 615 55 36
Email: deutsche.botschaft.zagreb@inet.hr
Homepage: www.DeutscheBotschaft-Zagreb.hr

Kroatien (kroat.: Hrvatska) ist ein Staat in Europa. Er grenzt zu Lande an Slowenien, Ungarn, Serbien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro. Kroatien hat eine 1.777 km lange Festlandsküstenlinie (mit Inseln 5.835 km) am Adriatischen Meer, einem Ausläufer des Mittelmeers. Der südlichste Teil des Küstengebietes (die Region um Dubrovnik bis zur Grenze zu Montenegro) wird durch das Gebiet der zu Bosnien und Herzegowina gehörenden Gemeinde Neum vom übrigen Kroatien getrennt.

Geographie

Das kroatische Staatsgebiet ist 89.810 km groß, wovon 56.610 km auf Land- und 33.200 km auf Seeterritorium entfallen. Kroatien kann als Ganzes weder eindeutig Mitteleuropa noch Südosteuropa zugeordnet werden. Wissenschaftlich gesehen gibt es keine eindeutige Einteilung. Kulturhistorisch kann man die Gebiete nördlich der Save zu Ostmitteleuropa zählen, die Teile Zentralkroatiens südlich der Save, sowie Istrien und Dalmatien werden meist zu Südosteuropa gezählt. Die Geographische oder tektonische Einteilung Europas schlägt die Gebiete südlich des Alpenhauptkammes und der Karpaten Südeuropa und Südosteuropa zu. Es gibt aber auch kulturelle Einflüsse des Mittelmeerraumes, und die Entfernungen sind so gering, dass eine Unterteilung der Republik auf Teilkontinente fragwürdig ist.
Die Pannonische Tiefebene, die überwiegend aus Flachland besteht, unterbrochen von einigen Mittelgebirgen, und die über die Save und Drau und deren Nebenflüsse zur Donau hin entwässert wird. In diesem Teil des Landes herrscht gemäßigtes Kontinentalklima. Dieser Landschaftszone lässt sich untergliedern in Nordkroatien und Slawonien. Nordkroatien umfasst das ostmitteleuropäisch geprägte Gebiet von der Kupa bis zur ungarischen Grenze: das Flachland längs der Save und Kupa um die Städte Zagreb, Karlovac und Sisak, das heute demographisch und wirtschaftlich das Zentrum des Landes bildet, das Gebirgsland des Zagorje (auf Deutsch auch Zagorien) nördlich der Hauptstadt Zagreb und das Meimurje im nördlichsten Zipfel des Landes zwischen Drau und Mur. Slawonien ist das Flachland entlang der Flüsse Save (Sava) und Drau (Drava) bis zur Donau (Dunav) im Osten. Zu diesem werden oft auch die Baranja (nördlich des Unterlaufes der Drau) und West-Syrmien (Zapadni Srijem) (der Ostzipfel Kroatiens zwischen Donau und unterer Save) gezählt.
• Die dinarische Gebirgsregion, die von Mittel- und einzelnen Hochgebirgen geprägt ist, die die Wasserscheide zwischen Donau und Adria bilden, wobei einzelne Täler auch vollständig abflusslos sind. Hier herrscht Gebirgsklima. Zu dieser Landschaftszone gehören das Gebirgsland des Gorski kotar zwischen Rijeka und Karlovac, die Hochtäler Lika und Krbava zwischen dem längs der Küste laufenden Gebirgszug des Velebit und dem Grenzgebiet zu Westbosnien sowie ein Teil des Hinterlandes Dalmatiens (Dalmatinsko zagorje, Biokovo-Gebirge).
• Die adriatische Küstenregion, in der Mittelmeerklima herrscht und die von mediterranen kulturellen Einflüssen geprägt ist. Die Breite des mediterranen Küstenstreifens variiert stark. Während er an einigen Stellen (unterhalb des Velebit und des Biokovo) nur wenige Kilometer breit ist, reicht er an anderen Stellen weiter ins Landesinnere. Die Mehrzahl der in Kroatien in die Adria mündenden Flüsse ist jedoch relativ kurz, lediglich der Einzugsbereich der aus Bosnien und Herzegowina kommenden Neretva erstreckt sich weiter ins Landesinnere. Die adriatische Küstenregion lässt sich von Norden nach Süden untergliedern in Istrien (die Halbinsel im Nordwesten der kroatischen Küste), das Kroatische Küstenland oder Hrvatsko Primorje um Rijeka und Senj mit den Inseln der Kvarner-Bucht und Dalmatien - die zerklüftete Adria-Küste ab etwa Zadar südwärts einschließlich der vorgelagerten Inseln und des gebirgigen Hinterlandes mit schönen und historisch bedeutsamen Städten wie Dubrovnik (Ragusa) und Split. Der kroatischen Küste sind 1.246 Inseln vorgelagert, von denen allerdings nur 66 dauerhaft bewohnt sind. Zu den größten und bekanntesten zählen Krk, Cres, Rab, Pag, Brac, Hvar und Korcula (von Norden nach Süden).

Nationalparks und Naturparks in Kroatien

• Nationalpark Kornaten (kroatisch Kornati) (Inselarchipel)
• Nationalpark Plitvicer Seen (kroatisch Plitvicka jezera) (weltberühmte Wasserfälle)
• Nationalpark nördlicher Velebit
• Nationalpark Paklenica (hervorragende Klettermöglichkeiten)
• Nationalpark Krka bei Sibenik (berühmte Wasserfälle)
• Nationalpark Risnjak (in der Gebrigsgegend des Gorski kotar nahe Rijeka)
• Nationalpark Mljet (Insel in Süddalmatien)
• Nationalpark Brijuni (Brioni)
• Naturpark Kopacki rit (Feuchtbiotop an der Donau)
• Naturpark Papuk (Mittelslawonien)
• Naturpark Lonjsko polje (Feuchtbiotop an der Save)
• Naturpark Velebit (gesamter Gebirgszug)
• Naturpark Medvednica (der "Hausberg" von Zagreb)
• Naturpark Ucka (Gebirge nahe Rijeka)
• Naturpark Telascica (bei den Kornaten)
• Naturpark Zumberak-Samoborsko gorje (westlich von Zagreb)
• Naturpark Vransko jezero (im dalmatinischen Hinterland)
• Naturpark Biokovo (Gebirgszug in Süddalmatien)

Geomorphologische Phänomene

• "Crveno jezero" - der Rote See
• Die blaue Grotte (kroatisch: modra spilja) auf der Insel Bisevo in der Nähe von Vis

Bevölkerung

Kroatien hat nach der Volkszählung von 2001 4.437.460 Einwohner.
Die Lebenserwartung in Kroatien beträgt etwa 75 Jahre. Seit einigen Jahren verzeichnet das Land wegen niedriger Geburtenraten eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung.
Von den Einwohnern zum Zeitpunkt der Volkszählung von 2001 besaßen 4.399.364 (99,14%) die kroatische Staatsangehörigkeit, 44.340 (1,00%) davon auch ein zweite Staatsangehörigkeit. 17.902 (0,40%) besaßen nur eine ausländische Staatsangehörigkeit, 9.811 (0,22%) waren Staatenlose. Von 10.383 (0,23%) war die Staatsangehörigkeit unbekannt.

Nationalitäten

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen mit 89,63 % die Kroaten.
Außerdem leben in Kroatien zahlreiche nationale Minderheiten. Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten (Volkszählung von 2001):
• Kroaten 3.977.171 (89,63 %)
• Serben 201.631 (4,54 %)
• Bosniaken 20.755 (0,47 %)
• Italiener 19.636 (0,44 %)
• Ungarn 16.595 (0,37 %)
• Albaner 15.082 (0,34 %)
• Slowenen 13.173 (0,30 %)
• Tschechen 10.510 (0,24 %)
• Roma 9.463 (0,21 %)
• Montenegriner 4.926 (0,11 %)
• Slowaken 4.712 (0,11 %)
• Mazedonier 4.270 (0,10 %)

Nach der Volkszählung von 1991 waren 78.1% der Bevölkerung Kroaten, 12.2% Serben.
Bei der Rückeroberung der serbisch kontrollierten Gebiete in Westslawonien, Norddalmatien, der Lika und der Banija im Jahre 1995 floh der größten Teil der dortigen serbischen Einwohner in den serbisch kontrollierten Teil Bosnien-Herzegowinas und teilweise weiter nach Serbien. Im Laufe der letzten Jahre ist etwa die Hälfte der Flüchtlinge zurückgekehrt (118.000 bis Januar 2005), so dass der serbische Bevölkerungsanteil heute etwas höher als zur Zeit der Volkszählung von 2001 sein dürfte.
Den etwa 50.000 direkt am bewaffneten Aufstand (1991- 1995) beteiligten Serben wurde von der kroatischen Regierung eine generelle Amnestie gewährt, sofern individuell keine direkten Kriegsverbrechen nachgewiesen werden können.
Die Serben leben vor allem in Ostslawonien, der Lika, der Banija, dem Hinterland Norddalmatiens sowie in Zagreb und Rijeka. Das Hauptsiedlungsgebiet der italienischen Minderheit ist die Westküste Istriens, daneben gibt es italienische Bevölkerungsgruppen in Rijeka und Westslawonien. Ungarn und Slowaken leben vor allem im Osten, Tschechen im Westens Slawoniens. Die Bosniaken, Albaner und Mazedonier leben über das gesamte Land verstreut, vor allem in den größeren Städten.

Konfessionen

Die Bevölkerung Kroatiens ist überwiegend katholisch. Zusammensetzung der Bevölkerung nach Konfessionen (Volkszählung von 2001):
• Römische Katholiken 3.897.332 (87,83%)
• Orthodoxe 195.969 (4,42%)
• Muslime 56.777 (1,28%)
• Katholiken des griechischen Ritus 6.219 (0,14%)
• Zeugen Jehovas 6.094 (0,14%)
• Kalvinisten 4.053 (0,09%)
• Lutheraner (Augsburger Bekenntnis) 3.339 (0,08%)
• Adventisten 3.001 (0,07%)
• Baptisten 1.981 (0,04%)
• Juden 495 (0,01%)

Sprachen

Zusammensetzung der Bevölkerung nach Muttersprache (Volkszählung von 2001):
• Kroatisch 4.265.081 (96,12%)
• Serbisch 44.629 (1,01%)
• Italienisch 20.521 (0,46%)
• Albanisch 14.621 (0,33%)
• Ungarisch 12.650 (0,29%)
• Slowenisch 11.872 (0,27%)
• Bosniakisch 9.197 (0,21%)
• Romanes 7.860 (0,18%)
• Tschechisch 7.178 (0,16%)
• Serbokroatisch 4.961 (0,11%)
• Slowakisch 3.993 (0,09%)
• Mazedonisch 3.534 (0,08%)
• Deutsch 3.013 (0,07%)
• Kroatoserbisch 2.054 (0,05%)
• Montenegrinisch 460 (0,01%)
• weitere 16.709 (0,38%)

Städte in Kroatien

Die größten Städte Kroatiens (über 30.000 Einwohner, Einwohnerzahlen gemäß der Volkszählung von 2001) sind:
1. Zagreb (779.145, mit Vororten ca. 900.000)
2. Split (188.694)
3. Rijeka (144.043)
4. Osijek (114.616)
5. Zadar (72.718)
6. Slavonski Brod (64.612)
7. Velika Gorica (63.517) (Vorort von Zagreb)
8. Karlovac (59.395)
9. Pula (58.594)
10. Sisak (52.236)
11. Sibenik (51.553)
12. Varazdin (49.075)
13. Dubrovnik (43.770)
14. Bjelovar (41.869)
15. Samobor (36.206) (Vorort von Zagreb)
16. Vinkovci (35.912)
17. Kastela (34.103) (Vorort von Split)
18. Vukovar (31.670)
19. Koprivnica (30.994)
20. Cakovec (30.455)
21. akovo (30.092)

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Kroatiens, das im Altertum Teil des Römischen Reiches gewesen war, wurde zur Zeit der Völkerwanderungen von Kroaten und anderen Slawen besiedelt. Spätestens seit dem 8. Jahrhundert existierte ein selbständiger kroatischer Staat, der im 9. Jahrhundert christianisiert wurde.
Nachdem es zunächst ein unabhängiges Königreich gewesen war, kam Kroatien im Jahr 1102 in Personalunion durch ein Abkommen zu Ungarn (Pacta conventa) mit eigener Verwaltung unter einem kroatischen Ban (Befehlshaber). Mitte des 15. Jahrhunderts erlitten Ungarn und Kroatien schwere Gebietsverluste durch die Expansion des Osmanischen Reiches. Um militärisch Beistand zu erhalten und weitere Gebietsverluste an die Osmanen zu verhindern, rief der kroatische Sabor die Habsburger auf, die Regentschaft über Kroatien zu übernehmen. Nach zahlreichen Schlachten gelangte im 18. Jahrhundert ein Großteil Kroatiens unter Verwaltung der Habsburger. Dalmatien und Teile Istriens, die seit dem Spätmittelalter unter der Herrschaft der Republik Venedig gestanden hatten, kamen 1815 auch unter österreichische Herrschaft.
Kroatien begann sich nach Beendigung des ersten Weltkriegs (1918) aus der Österreichisch-ungarische Monarchie zu lösen. Italienische Truppen begannen daraufhin mit der Besetzung von kroatischen Gebieten längs der Ostküste der Adria, da Italien im Londoner Vertrag von 1915 deren Annexion zugesagt worden war. Angesichts dessen beschloss der Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben Ende November 1918 die sofortige Vereinigung Kroatiens mit dem Königreich Serbien woraus dann das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen entstand. Viele Kroaten lehnten aber die monarchistische Staatsform ab, fühlten sich benachteiligt und verlangten für Kroatien die Gründung einer Republik. Dazu kam, dass die Verfassung eine zentralistische Staatsorganisation und die Auflösung der historischen Provinzen vorsah, was den Serben als zahlenmäßig größtenm Volk de facto die Vorherrschaft sicherte.
1929 löste König Aleksandar I. das Parlament auf und benannte den Staat in Königreich Jugoslawien um. Er regierte diktatorisch vorwiegend mit Hilfe serbischer Offiziere. Auf die terroristischen Aktivitäten der von Ante Pavelic gegründeten faschistische Ustascha-Bewegung reagierte die Regierung in Belgrad mit der gewaltsamen Unterdrückung jedes potenziellen Widerstandes.
Nach dem Überfall Deutschlands auf das Königreich Jugoslawien am 6. April 1941 marschierte am 10. April 1941 die deutsche Wehrmacht in Zagreb ein. Mit deutscher Unterstützung rief die Ustasa den Unabhängige Staat Kroatien (Nezavisna drzava Hrvatska/NDH) aus und errichetete eine faschistischen Diktatur unter Ante Pavelic, die Serben, Juden, Roma sowie kroatischen Antifaschisten systematisch verfolgte. Demokratische Wahlen die das Ustasa-Regime vor dem kroatischen Volk legitimiert hätten, wurden nicht abgehalten. Vom Sommer 1941 an begann ein bewaffneter Aufstand der kroatischen Kommunisten gegen das Ustasa-Regime, die als Teil der jugoslawischen Partisanenbewegung im Laufe der Jahre 1942/1943 einen großen Teil des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten.
Nach Kriegsende wurde Kroatien eine von sechs Teilrepubliken der neugegründeten Föderativen Volksrepublik Jugoslawien (ab 1963 Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien).
1971 wird die Protest- und Reformbewegung Kroatischer Frühling niedergeschlagen. Massenverhaftungen folgten.
Als Mitte der 1980er Jahre Glasnost in der Sowjetunion das Ende der sozialistischen Ära in Europa einläutete, forderten verstärkt vor allem Slowenien und Kroatien einen Umbau Jugoslawiens zu einer Konföderation und eine Umorientierung hin zur parlamentarischen Demokratie und Marktwirtschaft. Die von Slobodan Milosevic regierte Republik Serbien setzte sich hingegen für einen zentralisierten jugoslawischen Gesamtstaat unter kommunistischer Herrschaft ein.
Nach den ersten freien Wahlen seit mehr als einem halben Jahrhundert im Mai 1990 und dem danach abgehaltenem Referendum (Wahlbeteiligung 83,5 %, für die Souveränität stimmten 93,2 %) erklärte Kroatien im Juni 1991 seine Unabhängigkeit (internationale Anerkennung im Januar 1992). Der Wechsel von der Einparteiendiktatur hin zur parlamentarischen Demokratie verlief reibungslos.
Die jugoslawische Armee suchte die Unabhängigkeitsbestrebungen militärisch niederzuwerfen, anfangs um den Staat zu erhalten, später aber mit dem Ziel, alle Serben in einem Staat (Großserbien) zu vereinen. Der Konflikt um kroatische Gebiete mit großem Anteil an serbischer Bevölkerung mündete in einem Jahre andauernden Krieg, der erst nach militärischen Erfolgen der Kroaten 1995 mit dem Vertrag von Dayton endete.

Politik

Politisches System
Kroatien ist eine parlamentarische Republik mit einem Mehrparteiensystem. In der Verfassung von Dezember 1990 war ein semipräsidentielles Regierungssystem vorgesehen, das jedoch durch Verfassungsänderung vom November 2000 durch ein parlamentarisches Regierungssystem ersetzt wurde.

Aktuelle politische Lage und Parteien
Präsident ist seit 2000 Stjepan Mesic, der im Januar 2005 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt wurde.
Im Parlament ist seit den Parlamentswahlen vom November 2003 die HDZ die stärkste Partei, hat jedoch keine absolute Mehrheit der Sitze.
Seit Dezember 2003 ist eine Minderheitsregierung der HDZ unter Vorsitz von Ministerpräsident Ivo Sanader im Amt, die im Parlament durch die Pensionistenpartei HSU und weiterer Kleinparteien sowie die meisten Vertreter der nationalen Minderheiten toleriert wird.
Viel diskutierte politische Themen sind der angestrebte EU-Beitritt, die Privatisierung und die Auslandsverschuldung. Aber auch das Verhältnis zur eigenen Vergangenheit ist noch problematisch, so kommt es etwa regelmäßig zu heftigen Diskussionen, wenn der letzte noch verbliebene, allerdings flüchtige kroatische Angeklagte Ante Gotovina an das Kriegsverbrechentribunal in Den Haag ausgeliefert werden soll.
Die wichtigen Parteien in Kroatien: HDZ, HSP, SDP, HNS, DC, HSS, LS, HSLS, IDS.

Außenpolitik
Kroatien strebt die Aufnahme in die EU und die NATO an. Seit dem 18. Juni 2004 hat Kroatien den Status eines offiziellen Beitrittskandidaten zur Europäischen Union.
Seit dem Jahr 1992 ist Kroatien Mitglied in der OSZE, seit 2000 auch Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO).
In der Frage des neuen Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hat sich Zagreb klar an die Empfehlungen der Europäischen Union gehalten und dabei sogar in Kauf genommen, sich in Washington unbeliebt zu machen. Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern Ostmitteleuropas will KroatienUS-Bürgern keine Immunität vor der Verfolgung durch den IStGH gewähren.

Medien

Die Medienlandschaft ist vielseitig.
Neben dem staatlichen Sender HRT [1] (http://www.hrt.hr) und den Privatsendern OTV [2] (http://www.otv.hr), Nova TV und RTL Hrvatska [3] (http://www.rtl.hr) gibt es mehrere lokale Fernsehsender, z. B. Nezavisna TV [4] (http://www.net-tv.hr) und Tvnova [5] (http://www.tvnova.hr), und dutzende lokaler Radiosender.
Unter den Printmedien sind die Tageszeitungen Glas Slavonije [6] (http://www.glas-slavonije.hr), Jutarnji list, Slobodna Dalmacija [7] (http://www.slobodnadalmacija.hr), Novi List [8] (http://www.novilist.hr), Vecernji list [9] (http://www.vecernji-list.hr), Vjesnik [10] (http://www.vjesnik.hr), die Wirtschaftszeitung Dnevnik [11] (http://www.dnevnik.com.hr), sowie die Wochenzeitschriften Fokus, Globus, Nacional [12] (http://www.nacional.hr) und Novi list hervorzuheben. Das satirische Wochenblatt Feral Tribune ist für seine kritische Haltung während der Regierungszeit Tumans, die es bis heute beibehalten konnte, auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Politische Gliederung

Kroatien ist in 20 Gespanschaften (kroat. zupanija, Mz. zupanije) und die Hauptstadt Zagreb, die selbst den Status einer Gespanschaft hat, aufgeteilt. Jede Gespanschaft verfügt über eine gewählte Gespanschaftsversammlung (kroatisch zupanijska skupstina). An der Spitze der Verwaltung einer Gespanschaft steht der Gespan (kroatisch zupan), der von der Gespanschaftsversammlung gewählt und vom Staatspräsidenten bestätigt wird.
Die Gespanschaften gliedern sich ihrerseits in Gemeinden (kroatisch opcina, Mz. opcine), von denen ein Teil den Status einer Stadt (kroatisch: grad) hat.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Bruttosozialprodukt belief sich im Jahr 2003 auf 10.710 intern. Dollar (2003) pro Kopf.
Die Kroatische Wirtschaft befindet sich in einem schwierigen Umwandlungsprozeß von der ehemaligen sozialistischen Wirtschaftsform der Arbeiterselbstverwaltung in die Marktwirtschaft.
Der Krieg 1991-1995 erschwerte diese Entwicklung zusätzlich.
Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Dienstleistungsbereiche, das verarbeitende Gewerbe, der Schiffbau und der Tourismus, der v.a. die Adriaküste und die zahlreichen Inseln betrifft.
Seit 2002 gilt für Kroatien ein zollfreier Zugang zu den Märkten der EU .

Verkehrswesen

In Zagreb, Split, Dubrovnik und Rijeka (auf der Insel Krk) befinden sich internationale Flughäfen. Der Flughafen Osijek wurde für den Regionalverkehr erneuert. Über eine Revitalisierung des Flughafens Pula, insbesondere im Billigfliegersegment, wird noch verhandelt. Derzeit fliegen folgende Low Cost Fluglinien nach Kroatien: Germanwings, Hapag-Lloyd Express (HLX), Sky Europe. Von den etablierten Gesellschaften sind hauptsächlich die heimische Croatia Airlines (nun Mitglied der Star Alliance), Lufthansa und British Airways zu erwähnen. Demnächst wird wieder eine Interkontinentalverbindung nach Nordamerika von Zagreb aus in Betrieb genommen.
Die Autobahn A1 (Zagreb - Split) soll ab Ende Juni 2005 durchgehend zweispurig befahrbar sein. Das wichtigste Bauwerk stellt dabei der Sveti Rok-Straßentunnel (5.687 m) dar, der praktisch zwei Klimazonen miteinander verbindet (das Gebirgsklima Zentralkroatiens mit dem mediterranen Klima Dalmatiens). Ein anderer wichtiger Tunnel auf der A1-Trasse, der dieses Jahr fertiggestellt wird, ist der Tunnel durch den Gebirgszug Mala Kapela (5.780 m). Der Bau des nächsten Teilstücks in Richtung der wichtigen süddalmatinischen Hafenstadt Ploce (und in weiterer Folge nach Dubrovnik) steht unmittelbar bevor (geplante Fertigstellung bis Ploce: 2008). Im heurigen und im nächsten Jahr folgt der schrittweise Ausbau zahlreicher Raststätten entlang der A1.
Außerdem sollten bis spätestens 2006 alle Nordverbindungen (nach Slowenien) durch Autobahnanbindungen erschlossen sein (bei Umag, bei Rijeka/Grenzübergang Rupa und die Verbindung Zagreb - Krapina/Grenzübergang Macelj, südlich von Maribor). Auch das sogenannte "istrische Ypsilon" (Schnellstraßenverbindung) steht unmittelbar vor der Fertigstellung.
Das letzte noch verbleibende Teilstück der Autobahnverbindung A6 zwischen Rijeka und Zagreb wurde im Frühjahr 2004 fertiggestellt. Die bisher einspurigen Teile der Autobahn sollen nun aber komplett zweispurig ausgebaut werden. Ebenso folgt in den nächsten Jahren eine weiträumige Autobahn-Umfahrung von Rijeka und die Autobahnverbindung Rijeka - Senj zur bestehenden A1. Eine Autobahnverbindung von Zagreb zur wichtigen Industriestadt Sisak soll bis 2008 fertiggestellt sein.
Im Laufe der nächsten Jahre sollten alle Teile Kroatiens komfortabel mit Autobahnen erschlossen sein. Dazu gehört auch die Autobahn-Anbindung nach Serbien und der Ausbau des Nord-Süd Korridors 5c zwischen der ungarischen Grenze bei Beli Manastir, Osijek und der bosnischen Grenze in Richtung Sarajewo (Die Anbindung von Zagreb zur ungarischen Grenze bei Varazdin und Cakovec ist bereits in Betrieb).
Der Autobahnbau wird in Kroatien als Symbol der Einheit und des Zusammenhalts gesehen und systematisch vorangetrieben. Eine Änderung des derzeitigen Mautsystems und der Wegfall unnötiger Mautstellen werden diskutiert. Wichtige Tunnel- und Brückenprojekte in Süddalmatien stehen ebenfalls bevor (Biokovo-Tunnel nahe Makarska zur A1), Brückenverbindung/"Überbrückung" des bosnischen Territoriums hin zur Halbinsel Peljesac)
Von Bedeutung ist die Donauschifffahrt vor allem in Vukovar und die Küstenschifffahrt.
Durch das Transitland Kroatien führen von Zagreb Bahnstrecken nach Osijek, Vinkovci, Rijeka und Split sowie nach Slowenien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina und Serbien.

Außenhandel

Durch die Annäherung an die EU und das im Februar 2005 umgesetzte Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen werden wichtige wirtschaftliche Impulse für das Land erwartet, sowohl was den Import als auch was den Exporthandel betrifft (Kroatien leidet derzeit an einem großem Exportdefizit). Die vollständige Liberalisierung des Marktes sollte weitere investitionen nach sich ziehen, insbesondere werden sog. "greenfield" Investitionen erhofft.

Tourismus

Der Tourismus ist für eine Vielzahl der Bewohner entlang der kroatischen Küste einer der Haupteinkunftsquellen.
Von Mai bis Oktober zieht der gesamte Küstenstreifen Besucher aus ganz Europa an.
Dank den 1.246 Inseln ist Kroatien für Segler besonders attraktiv.
Im Landesinneren besuchen jährlich hunderttausende von Touristen den weltbekannten Nationalpark Plitvicer Seen.
Die Stadt Dubrovnik ist eines der Ziele, das ganzjährig viel zu bieten hat und entsprechend gut besucht ist.
Auch im Städtetourismus hat Kroatien steigende Besucherzahlen: Die kroatische Hauptstadt Zagreb verzeichnet in den letzten Jahren Besucherrekorde.
Im Jahr 2004 besuchten insgesamt 9,4 Millionen Touristen Kroatien (davon 1, 6 Millionen aus Deutschland) und es wurden insgesamt 47,4 Millionen Übernachtungen gezählt.

Kultur

Literatur
• Marko Marulic - Der Vater der kroatischen Literatur
• Miroslav Krleza - der bedeutendste kroatische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts,

Musik

• Ivo Pogorelic
• Vjekoslav Sutej

Film

• Branko Lustig
• Dusan Vukotic
• Goran Visnjic
• Zagreber Zeichentrickfilm-Schule

Maler und Bildhauer

• Mimara - Maler, Restaurator, Kunstsammler
• Zvonimir Mihanovic
• Edo Murtic
• Ivan Generalic
• Ivan Lackovic Croata
• Ivan Mestrovic
• Antun Augustincic
• Dusan Dzamonja

Folklore

• Kroatische Folklore
• Sinjska alka - Das Ringelstechen von Sinj
• Die Prozession mit dem Kreuz
• Der Moreska-Tanz
• Der Säbeltanz kumpanija

UNESCO - Weltkultur- und Naturerbe der Menschheit

• Altstadt von Dubrovnik
• Altstadt und Palast Kaiser Diokletians in Split
• Plitvicer Seen
• Euphrasius-Basilika und historischer Stadtkern von Porec
• Historische Stadt Trogir
• Kathedrale des Heiligen Jakob in Sibenik

Kulinarisches

Kroatien hat eine Fülle von Spezialitäten, die zum Teil international bekannt sind.

• Cevapcici (Fleischröllchen)
• Raznjici (Spießchen)
• Janjetina (Lammbraten)
• Odojak (Spanferkel)
• Punjena paprika (gefüllte Paprika)
• Sarma (Krautroulade)
• Riblji paprikas (Fischgulasch)
• Zagorske strukle (süße Teigtaschen aus dem Hrvatsko Zagorje)
• Prsut (luftgetrockneter Schinken)
• Kulen (pikanter Schinken aus Slawonien)
• Kobasica (Klobasse)
• Paski sir (Schafkäse von der Insel Pag)
• Maraska-Kirschen (zur Herstellung des berühmten Maraska Cherry Brandy)
• Prosek (Dessertwein)
• Grasevina (Welschriesling)

Sport

Trotz seiner verhältnismäßig geringen Größe kann Kroatien im Sport viele Erfolge aufweisen. Besonders in den folgenden Disziplinen beweisen kroatische Sportler immer wieder ihr Können:
• Fußball in Kroatien: Davor Suker, Robert Prosinecki, Zvonimir Boban, Dado Prso
• Ski alpin: Janica Kostelic und Ivica Kostelic
• Handball in Kroatien: Ivano Balic
• Tennis: Goran Ivanisevic, Iva Majoli
• Basketball: Drazen Petrovic, Toni Kukoc
• Wasserball: Dubravko Simenc
• Schwimmen: Gordan Kozulj
• Tischtennis: Zoran Primorac

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