
Die kleine Stadt Garachio an der Nordküste Teneriffas wurde im Jahr 1496 gegründet. Der geschützte Naturhafen wurde immer bekannter und zog neben Seefahrern viele Geistliche, Aristokraten, Politiker und Militärs an. 1706 wurde der Ort durch einen Vulkanausbruch stark in Mitleidenschaft gezogen, das Hafenbecken von Lava verschüttet. Der bis dato wichtigste Hafen der Insel erlangte nach dem Ausbruch nie wieder den Ruhm und Reichtum der alten Tage. Die Handelsschifffahrt verlagerte sich nach Puerto de la Cruz und die Einwohner von Garachio widmeten sich der Landwirtschaft und der Fischerei. Die schönen Stadtpaläste und einige Kirchen der Stadt waren von den Lavamassen glücklicherweise verschont geblieben. Heute hat die Stadt rund 6000 Einwohner.
Von dem Aussichtspunkt Mirador de Garachio hat man einen schönen Blick auf das weiße Häusermeer der Stadt, die auf auf einer fast runden Landzunge am Fuß des Teide liegt. Vor der Küste erhebt sich ein einsam aus dem Wasser aufragender Felsen - der Roque de Garachio.
Im Zentrum der Stadt Garachio kann man die historischen und künstlerischen Schätze der Stadt bewundern, die von der Gemeinde mit äußerster Sorgfalt gepflegt werden. Es ist eine schöne, wohlgeordnete Stadt, die im Jahr 1980 deshalb sogar von dem König Juan Carlos T. die medalla de Oro de Las Bellas Artes - Goldmedaille der schönen Künste - verliehen bekam. Auch die kopfsteingepflasterten Plätze, die verwinkelten Straßen und die blühenden Gärten sind Kennzeichen der harmonischen Stadt.
Die Kirche Ermita de San Roque liegt am östlichen Ortseingang von Garachio auf einer großen Freiflächee am Meer und ist jedes Jahr am 16. August das Ziel der Romería de San Roque, einer beliebten Wallfahrt. Leider ist die Kirche oft geschlossen, so dass Besucher selten die Gelegenheit haben, sie von innen zu bewundern. Im Zentrum von Garachio sind in dem Komplex des früheren Franziskanrklosters heute die städtischen Ämter beheimatet. Hierzu gehört ebenfalls die Kirchee Nuestra Senora de los Angeles. Diese Kirche wird von den beiden lavasteinernen Eingangstoren im Renaissancestil ebenso verziert, wie von dem dunklen Turm mit einem verputzten offenen Glockenstuhl. Im Inneren der Kirche kann man im Original nur noch die aufwendig aufgearbeitete Mudéjar-Decke im Chorraum sehen, da diese Kirche auch von dem Vulkanausbruch im Jahr 1706 in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Kloster Convento Santo Domingo de Guzmán liegt auf einem leicht erhöhten Plateau links von der Ermita de San Roque. Mit dem Bau des ehemaligen Klosters begannen Dominikanermönche im Jahr 1601. Der Bau war im 17. Jahrhundert weitestgehend abgeschlossen - sieben hölzerne Balkone und ein gepflegter Garten machen das heutige Alterheim zu einem Besucherziel. In der ehemaligen Klosterkirche ist heute das Museo de Arte Contemporaneo, ein Museum für zeitgenössische Kunst.
Der frühere Palacio de Ponte beherbergt seit 1997 eines der schönsten Hotel der Insel - das San Roque. Neben den von Designern ausgestatteteen Zimmern und Aufenthaltsräumen gibt es im Haus zahlreiche Kunstwerke, wie unter anderem einen neun Meter hohen Springbrunnen, der Von dem Valencianer Miguel Navarro entworfen wurde. Von der schönsten, höher gelegenen Suite aus hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt.
Der schönste Platz in Garachio ist der Plaza Juan Gonzáles de la Torre. Auf diesem steht eine im Jahr 1996 errichtet Bronzebüste, die an den StadtgründerCristobál de Ponte erinnert. In der Platzmitte steht eine alte Weinpresse und drumherum stehen gepflegte schöne Häuser. Der Parque de la Historica und die Puerta de Tierra, das Landtor des alten, vom Vulkanausbruch zertsörtem Hafen, machen den Platz interessant. Auf Plaza de Libertád steht im Mittelpunkt ein Denkmal für Simón Bolivár, den Befreier Südamerikas. Unterhalb des Platzes befindet sich die Casona de los Marqueses de la Quinta Roja, ein Haus, das Anfang des 21. Jahrhunderts restauriert und in ein Hotel verwandelt wurde. Ebenfalls am Rande des Platzes erhebt sich die Iglesia Parroquial Santa Ana aus dem 16. Jahrhundert. Die Pfarrkirche der Stadt ist nicht zu regelmäßigen zeiten geöffnet, so dass man etwas Glück für eine Besichtigung braucht.
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