
Die Stadt La Orotava, im Norden der Kanarischen Insel Teneriffa gelegen, ist ein wichtiges kulturelles Zentrum der Insel. Die Gemeinde hat eine Ausdehnung von 206,78 km² auf einer durchschnittlichen Höhe von 390 m über dem Meeresspiegel. Sie liegt west-südwestlich von Santa Cruz de Tenerife und nordöstlich von Arona. Nachbargemeinden sind Icod de los Vinos, Puerto de la Cruz und Los Realejos im Norden, Arafo und Santa Úrsula im Nordosten, Fasnia und Güímar im Osten, Arico im Südosten, Granadilla de Abona und Vilaflor im Süden, Adeje im Südwesten, Guía de Isora und Santiago del Teide im Westen und La Guancha und San Juan de la Rambla im Nordwesten. Diese alte Stadt zeichnet sich durch ihre pürächtigen und monumentalen architektonischen Strukturen, ihre charakteristischen, wohl beschatteten Patios, Plätzr und antiken Häuser aus. Die reizvolle Lage im Orotavatal (Valle de Orotava) hat schon vor 200 Jahren Reisende angezogen, wie z.B. den Naturforscher Alexander von Humboldt. Nach ihm ist der Mirador Humboldt (Humboldtblick) benannt, ein vielbesuchter Ausblick über das Tal. Das feuchte Klima begünstigt hier eine abwechslungsreiche Vegetation. Die Landwirtschaft ist vor allem vom Bananenanbau geprägt. Der Fremdenverkehr ist einer der wichtigsten Einkommensquellen.
Jährlich an Fronleichnam (Corpus Cristi) findet ein besonderer Brauch statt: Auf dem Rathausplatz und der Plaza entsteht ein monumentales Bild aus Lavabrocken. Und auf der Route der Fronleichnamsprozession werden die berühmten "Alfombras", riesige ornamentale Blumenteppiche, angelegt. Die zigtausend Blüten für die Teppiche werden zunächst am Vortag gerichtet und sortiert. Erst am Morgen des Fronleichnamstages beginnen dann die Einwohner die Teppiche in mühevoller Handarbeit auszulegen. Nach dem Gottesdienst führt die Prozession dann von der Kirche durch die Straßen von La Orotava zum Rathaus und zurück zur Kirche. Diese Tradition entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf Anregung der Adeligen Leonor del Castillo de Monteverde.
Für eine Stadtrundfahrt im hübschen Ort La Orotava bietet sich als Ausgangspunkt der mit Palmen umsäumte Park Plaza Casanas an. Hier ist das Zentrum der historischen Altstadt von La Orotava. Südlich davon ist die Kirche Nuestra Senora de la Concepcion, die auch noch zum Zenrum der Altstadt gezählt wird. Es ist eine dreischiffige Hallenkirche, die nach der Zerstörung in den Jahren 1768 bis 1788 wieder errichtet und ist ebenfalls eine Besichtigung wert - die Besichtigung des reich verzierten Hauptaltars und der vielen Schnitzereien lohnt sich. Der Plaza General Franco mit dem Palacio Municipal kann sich ebenfalls sehen lassen. Das Rathaus in dem spät klassizistischen Palast sollte man einige Minuten der Betrachtung widmen.
La Orotava ist für seine grünen Oasen bekannt. Als erstes trifft man vielleicht auf den Hijuela de Botanico, eine Außenstelle des Botanischen Gartens von Puerto de la Cruz mit mehr als 3.000 verschiedenen Pflanzenarten. Hier findet man liebevoll arrangierte Blumenrabatte mit üppig wachsenden subtropischen Pflanzen und Bananenstauden. Die Blüten dieser Stauden blühen besonders groß und prächtig.
Dieser Botanische Garten im Südosten von Puerto de la Cruz, dem alten Hafen von Orotava, wurde ursprünglich auf Order des aufgeklärt-absolutistischem König Karl III. von Spanien im Jahr 1788 angelegt. Er sollte dazu dienen, dass die von seinen Pflanzenjägern gesammelten exotischen Pflanzen aus den spanischen Kolonien der neuen Welt sich an das Klima der königlichen Gärten von Madrid und Aranjuez gewöhnen. Im JAhr 1790 begann man mit den Arbeiten und 1792 wurden die ersten 35 Pflanzungen sowie Ansaaten vorgenommen. Obwohl die Pflanzen sich an das Klima auf Teneriffa gewöhnte, klappte es auf dem Festland Spaniens nicht. Im Laufe der Zeit wechselte die Zuständigkeiten für den Garten ständig und blieb bestehen, verfiel jedoch immer mehr.Im Jahr 1983 wurde die Verantwortung schließlich der autonomen Regierung von Teneriffa übertragen. In jüngerer Zeit wurden wieder Anstrengungen unternommen, den Botánico zu renovieren und zu verschönern.. 1988 wurde er auf 55.000 Quadratmeter vergrößert und neue Attraktionen und um bauliche Einrichtung eines international bedeutende Botanischen Garten erweitert. Heute gilt der Botánico als einer der schönsten Botanischen Gärten seiner Zeit und ist mit 400.000 Besuchern eine der meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten Teneriffas.
Im Stadtzentrum findet man den Jardin Victoria, einen viktorianischen Garten, ein grünes Erholungsgebiet mit vielen Spazierwegen, Bäumen und Blumen sowie dem berühmten Carrara-Marmormuseum, das von dem französischen Architekten Adolph Coquet in 1882 errichtet wurde.
La Orotava verfügt über drei fantastische Strände mit dunklem Sand, El Bullullo, Martin Alonso und El Rincón, die in der Saison alle ziemlich übervölkert sind.
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