
Santa Cruz de Tenerife ist die Hauptstadt der größten der zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln, Teneriffa. Die im Nordosten der Insel gelegene Stadt zählt 221.567 (Stand 2005) Einwohner, zusammen mit dem 7 km entfernten La Laguna sogar rund 350.000. Das von Santa Cruz verwaltete Gebiet dehnt sich bis ins dünn besiedelte Anagagebirge im Osten der Insel aus.
Das spätere Stadtgebiet von Santa Cruz de Tenerife gehörte zur Zeit der Guanchen zum Königreich von Anaga. Teneriffa lag aber so günstig auf dem Weg zwischen der alten und neuen Welt, dass die Spanier sie den Ureinwohnern nicht länger überlassen wollten. Nachdem die anderen kanarischen Inseln bereits erobert waren, landete daher 1494 der Andalusier Alonso Fernàndez de Lugo in der Bahìa de Ananza. Er ließ dort das Fort Agaete bauen, um einen festen Stützpunkt im Kampf gegen die Guanchen zu haben. Erst nach zwei Jahren gelang es de Lugo, die Altkanarier zu unterwerfen. Zum Zeichen des Sieges ließ er ein Holzkreuz errichten, nach dem die nunmehr entwickelnde Siedlung den Namen Santa Cruz de Santiago de Tenerife erhielt.
Im 16. Jahrhundert wurde der wirtschaftliche Aufschwung der wichtigen Hafenstadt an der Amerika-Route durch den regen Handel mit England noch verstärkt. Allerdings wollten die Engländer die Insel selbst besitzen und unternahmen von 1657 bis 1799 vier erfolglose Versuche, das blühende Santa Cruz de Tenerife mit Militärgewalt einzunehmen.
In der Zwischenzeit wurde Santa Cruz de Tenerife 1723 anstelle des landeinwärts gelegenenen La Laguna zur Hauptstadt Teneriffas ernannt. La Laguna blieb als Bischofssitz erhalten. Santa Cruz de Tenerife wurde 1812 zur Hauptstadt des ganzen Archipels erhoben. Seit 1982 ist Santa Cruz neben Las Palmas de Gran Canaria administratives Zentrum der autonomen Region Kanarische Inseln. Beide Regierungssitze wechseln sich alle vier Jahre ab.Nachbargemeinden sind El Rosario im Süden und Südwesten und San Cristóbal de La Laguna im Westen und Nordwesten.
Die Stadt ist Seehafen und mit nahegelegenem Strand Las Teresitas (dank importiertem Sand aus der Sahara einer der wenigen weißen Strände der Insel) ein Urlaubsparadies mit imposanten Aussichten und mildem, subtropischem Klima. Weltbekannt ist der Karneval von Santa Cruz, der zweitgrößte der Welt nach dem in Rio de Janeiro. Außerhalb der Karnevalszeit bietet die Stadt mit unzähligen Kinos, Messen und Galerien Abwechslung. Der Tourismus spielt im Vergleich zum ebenfalls im Norden der Insel gelegenen Puerto de la Cruz eine weitaus kleinere Rolle.
Der Hafen exportiert Erzeugnisse der Inselgruppe wie zum Beispiel Gemüse, Obst und Tabak. Im Raum Santa Cruz hat sich auch eine vielfältige Industrie angesiedelt, darunter Textil- und Fischindustrie sowie einige Raffinerien.
In Ost-West Richtung verläuft die Rambla del General Franco durch die Stadt. Mit ihren gewaltigen Bäumen, Sitzmöglichkeiten, Cafés und Kiosken ist die Rambla (span. Allee) beliebte Flaniermeile bei Einheimischen und Touristen.
Im Herzen der Stadt an der Rambla del General Franco befindet sich die Stierkampfarena von Santa Cruz. Da das Parlament der Kanarischen Inseln den Stierkampf jedoch bereits vor vielen Jahren verbieten ließ, wird die Arena heute vor allem für Konzerte und Aufführungen genutzt.
Die bestbesuchte Einkaufsmeile der Hauptstadt ist die Calle Castillo. Sie führt von der Plaza Weyler bergab bis zur am Hafen gelegenen Plaza de España und bietet mitsamt ihren Nebenstraßen neben vielen international bekannten Ladenketten auch einheimische Geschäfte und Cafés.
Der Turm der Kirche Iglesia de Nuestra Señora de la Concepción ist so etwas wie das Wahrzeichen der Hauptstadt. Die 1653 auf den Ruinen einer 1502 ausgebrannten Kapelle errichtete Kirche war Beobachtungspunkt und warnte vor feindlichen Schiffen und Piratenübergriffen.
Die ehemalige Tabakfabrik ist ein rötliches Gebäude an der Kreuzung von Plaza del Principe und der Calle Adelantado. Allerdings rollen dort nur noch wenige Menschen Puros (Zigarren). Das 2003 eröffnete Auditorio de Tenerife. Eine vom Architekten Santiago Calatrava entworfene Kongress- und Konzerthalle.
Rund 7 km von der Hauptstadt entfernt befindet sich das früher nur über Bergpfade zu erreichende Fischerdorf San Andrés. Die 3500 Einwohner leben heute hauptsächlich von den Strandbesuchern des künstlich aufgeschütteten Strandes Las Teresitas.
Weiterführende Links: