Tunesien liegt im Norden Afrikas und grenzt im Osten und Norden an das Mittelmeer mit einer über 1.000 km langen Küste. Der Süden des Landes stößt an den Nachbarstaat Libyen. Die gesamte westliche Grenze erstreckt sich dagegen entlang des Nachbarlands Algerien.
TN
zwischen 30° und 37° 41´ nördlicher Breite sowie 7° 30´ und 11° 30´ östlicher Länge
163.610 km²
4% Wald und Buschland
30% Ackerland
18% Wiesen und Weiden
N - S 780 km
W - O 380 km
1.148 km
Tunis
Tunis (ca. 674.100 Einwohner)
Safaqis (ca. 230.900 Einwohner)
Aryanah (ca. 152.700 Einwohner)
Ettadhamen (ca. 149.200 Einwohner)
Susah (ca. 25.000 Einwohner)
Gliederung:
23 Gouvernate (Ariana (Aryanah), Beja (Bajah), Ben Arous (Bin ´Arus), Bizerte (Banzart), El Kef (Al Kaf), Gabes (Qabis), Gafsa (Qafsah), Jendouba (Jundubah), Kairouan (Al Qayrawan), Kasserine (Al Qasrayn), Kebili (Qibili), Mahdia (Al Mahdiyah), Medenine (Madanin), Monastir (Al Munastir), Nabeul (Nabul), Sfax (Safaqis), Sidi Bou Zid (Sidi Bu Zayd), Siliana (Silyanah), Sousse (Susah), Tataouine (Tatawin), Tozeur (Tawzar), Tunis, Zaghouan (Zaghwan)
höchster Berg: Djebel Chambi 1544 m
tiefster Punkt: Chott El Jend -23 m
Oktober bis April
MEZ (UTC + 1)
Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter
www.zeit-online.de
Fremdenverkehrsamt Tunesien, Frankfurt/M.
Goetheplatz 5
60313 Frankfurt/M.
Tel: (0 69) 297 06 40/41
Fax: (0 69) 297 06 63
Email: FVATunesien@aol.com
Homepage: www.tourismtunisia.com
Office National du Tourisme de Tunisie (ONTT)
Tunis
1
Avenue Mohamed V
1001
Tunis
Tunesien
Tel: (00216 71) 34 10 77
Fax: (00216 71) 35 09 97
Email:info@tourismtunisia.com
Homepage: www.tourismtunisia.com
Amtssprache ist Arabisch. Umgangssprachen sind Tunesisch, ein westarabischer Dialekt, und Berber-Sprachen. Französisch ist Handels- und Bildungssprache und wird in Schulen als Zweitsprache gelehrt. In größeren Städten und Urlaubsorten wird teilweise auch Englisch und Deutsch gesprochen.
1 Dinar = 1000 Millimes
Aktueller Kurs: www.wechselkurse.de
Währungskürzel:
TD, TND (ISO-Code)
Banknoten gibt es in den Werten von 30, 20, 10 und 5 TD.
Münzen gibt es in den Werten von 1 TD sowie 500, 100, 50, 20, 10 und 5 Millimes.
Eurocard, American Express, MasterCard, Diners Club und Visa werden fast überall akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
Können in allen Banken und Wechselstuben umgetauscht werden. Reiseschecks sollten in US-Dollar ausgestellt sein.
9.460.000 Einwohner
57.8 Menschen je km²
Post: Luftpostsendungen nach Europa benötigen 3-5 Tage. Die meisten Postämter nehmen Postlagernde Sendungen auf.
Telegramme: Können in den meisten Hotels, am Telekommunikationszentrum in Tunis und am Zentralpostamt aufgeben werden.
Internet/E-Mail: Hauptinternetanbieter: ATI, Planet Tunisie und 3S Global Net . Internetcafés gibt es in Tunis, Tahar ben Amar, Sousse, Nabeul und in den meisten anderen Städten.
Mobiltelefon:
GSM 900. Die Hauptanbieter: Orascom Telecom Tunisie und Tunisie Telecom
220 V, 50 Hz
Nach Deutschland: 0049
Von Deutschland: 00216
Geschäfte: Im Sommer täglich 8-12 Uhr und 16-19 Uhr, im Winter 15-18 Uhr.
Banken: Im Sommer: Mo bis Fr von 7.30-11 Uhr, von Mitte September bis Ende Juni: Mo bis Do 8-11 und 14-16.15 Uhr, Fr 8-11 Uhr und 13-15.15 Uhr. Während des Ramadan Mo bis Fr 7.30-11 Uhr.
Post: Im Sommer (1. Juli bis 15. September): Mo bis Sa 8-13 Uhr, im Winter Mo bis Fr 8-12 und 15-18 Uhr, Sa 8-12 Uhr. Während des Ramadan Mo bis Sa 8-15 Uhr.
Behörden: Im Sommer: Mo bis Do 8-13 Uhr, im Winter Mo bis Fr 8-12.30 Uhr und 14.30-18 Uhr, Sa 8-12 Uhr. Während des Ramadan Mo bis Fr 8-14 Uhr.
Museen: 9 bis 12 Uhr, nachmittags im Sommerhalbjahr (1. April bis 30. September): 15 bis 18.30 Uhr, im Winterhalbjahr 14-17.30 Uhr.
Das Bardo-Museum ist täglich von 9.30-16.30 Uhr geöffnet. Montags und an offiziellen Feiertagen bleiben die Museen geschlossen.
Autoritäre präsidiale Republik
Präsident
Islam
Zu den aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes >> hier
Visumfrei für 4 Monate. Notwendig: gültiger Reisepass und ein Rück- oder Weiterreiseticket. Bei einer gebuchter Pauschalreis genügt auch der gültige Personalausweis, zusammen mit der Buchungsbestätigung.
Botschaft von Tunesien
mit Konsularabteilung, Berlin
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Lindenstrasse 16
14050 Berlin
Sprechzeit: Di bis Fr 9-13.30 Uhr
Tel: (0 30) 30 82 06 73/77
Fax: (0 30) 30 82 06 83
Ambassade de la République fédérale d´Allemagne, Tunis
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
1, rue el Hamra
Mutuelleville
Tunis
(Belvédère)
Tel: (00216 71) 78 64 55
Fax: (00216 71) 78 82 42
Homepage: www.deutschebotschaft-tunis.org
Consulat Honoraire de la République fédérale d´Allemagne, Djerba
8, rue Béchir Sfar
Houmt Souk
4180 Djerba
Tunesien
Tel: (00216 75) 75 77 67
Fax: (00216 75) 75 77 68
Homepage: www.deutschebotschaft-tunis.org
Die Tunesische Republik (al-dschumhuriya at-tunisia), kurz Tunesien, ist ein Staat in Nordafrika, der an das Mittelmeer, Algerien und Libyen grenzt. Tunesien ist ein beliebtes Ziel für europäische Touristen welche in den Küstenorten wie Hammamet, Sousse, Port El-Kantaoui Erholung suchen, die Wüste Sahara im Süden erkunden wollen oder archäoligische Fundstellen wie Karthago, nicht weit von der im Norden des Landes gelegenen Hauptstadt Tunis, besichtigen wollen.
Tunesien wurde im 1. Jahrtausend v. Chr. von Berbern bewohnt, bevor die Phönizier Handelskolonien an der Küste gründeten. Zur bedeutendsten Kolonie stieg bald Karthago auf, das im 5. Jahrhundert v. Chr. das westliche Mittelmeer beherrschte. In den Punischen Kriegen wurde es aber von Rom besiegt und zerstört. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches wurde Tunesien Teil des Vandalenreichs, dass aber im 6. Jahrhundert von Byzanz erobert wurde.
Nach der Unterwerfung des Landes durch die Muslime im 7. Jahrhundert wurde Ifriqiya bzw. Tunesien Reichszentrum der Aghlabiden, Fatimiden und Hafsiden.
Während des 16. Jahrhunderts versuchte Spanien die Herrschaft über Tunesien zu erringen, wurde aber von den Osmanen und den mit ihnen verbündeten Korsaren vertrieben. Unter der osmanischen Oberherrschaft kamen 1705 die Husainiden an die Macht. Auch wenn sie wieder politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung ermöglichten, wurde Tunesien 1883 dennoch ein Protektorat Frankreichs. Nachdem das Land während des 2. Weltkriegs Schauplatz heftiger Kämpfe geworden war, erlangte es 1956 seine Unabhängigkeit und wurde am 25. Juli 1957 zur Republik erklärt.
Tunesien ist mit dem Libanon eines der am westlichsten geprägten arabischen Länder. Trotzdem gibt es in Tunesien keine Meinungsfreiheit. Zum Beispiel wird das Internet mit dem Programm Smartfilter zensiert.
Tunesien ist eine Republik, die durch eine einzige politische Partei beherrscht wird. Die einzige an der Regierung beteiligte Partei war 25 Jahre lang die einzige zugelassene Partei Sie beherrscht noch heute das politisches Leben. Der Präsident wird auf fünf Jahre gewählt.
Regionale Gouverneure und lokale Verwalter werden ebenfalls durch die Zentralregierung ernannt; beratende Bürgermeister und städtische Räte werden gewählt. Die Justizgewalt ist unabhängig, reagiert aber auf Empfehlungen der Exekutive, besonders in politischen Fällen.
Das Militär spielt keine Rolle in der Politik.
Es gibt verschiedene beratende Körperschaften: Staatsrat, Sozial- und Wirtschaftsrat, Konstitutionsrat und den höheren islamischen Rat.
Die Meinungsfreiheit in Tunesien wird eingeschränkt. Am Fall von Zouhair Yahyaoui wird deutlich, dass bereits Kritik am Präsidenten im Internet zu langen Haftstrafen führen kann. Tunesien hat ein ausgereiftes System für Internetzensur aufgebaut.
Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas, nur 140 km von Sizilien entfernt, und erstreckt sich zwischen dem Mittelmeer und der Sahara, genauer gesagt zwischen 37° 20´ und 30° 10´ nördlicher Breite sowie zwischen 7° 30´ und 12° östlicher Länge. Es ist Bestandteil des Maghreb und mit einer Größe von 163.610 km? etwa halb so groß wie Deutschland. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Cap Blanc und der Grenzstation Bordj el Khadra beträgt rund 897 km, die größte Ost-West-Ausdehnung zwischen der Insel Djerba und Nefta etwa 330 km.
Tunesien hat eine ca. 1.300 km lange Küstenlinie am Mittelmeer.
Der Nordwesten Tunesiens wird vom Tell-Atlas bestimmt. Parallel zu Tunesiens Nordküste verlaufen von der algerischen Grenze bis zur Bucht von Bizerte die Gebirgszüge der Kroumirie. Daran schließt sich nordöstlich das Mogod-Bergland an, welches im Cap Blanc ins Meer abbricht. Sie sind mit ihrer Höhe von 700-800 m (Kroumirie) und 300-400 m (Mogod) mit bewaldeten Mittelgebirgen vergleichbbar. Auf der dem Wind abgewandten Seite des Gebirges schließt sich das Talbecken des Medjerda an, dessen Unterlauf zur wichtigsten Agrarzone des Landes gehört.
Die Bergrücken der Dorsale verlaufen von Nordost (Cap Bon) nach Südwest (Djebel Chambi 1.544 m) in einer Länge von 220 km und bilden die Klimascheide zwischen dem mediterranen Norden und dem trockenen Steppenklima Mitteltunesiens.
Östlich der Dorsale entlang der Mittelmeerküste zwischen Hammamet und Skhira, Sousse und Sfax umschließend, ist der Sahel genannte Küstenstreifen, der dieses Land durch regenbringende Ostwinde sehr fruchtbar macht und unter anderem große Olivenbaumkulturen ermöglicht. Diese Kulturlandschaft wird seit der Antike intensiv genutzt.
Südlich der Dorsale schließt sich die Schottsenke (Chott El Djerid, Salzsee) an, die noch weiter südlich in die Wüste Sahara mit dem Großen Östlichen Erg übergeht.
Entlang des Mittelmeeres, etwa von Gafsa im Westen bis zur libyschen Grenze erstreckt sich die Djeffara-Ebene, welche durch das bis zu 600 m hohe Dahar-Bergland vom Erg getrennt ist.
In Tunesien stoßen mediterranes und arides Klima aufeinander. Die Niederschläge nehmen von Nord nach Süd ab und von West nach Ost leicht zu. Es lassen sich unterscheiden:
• der winterfeucht-sommertrockene Norden
• die vom welchselhaften Klima bestimmte zentraltunesische Steppenregion mit heißen Sommern, kalten Wintern und abnehmenden Niederschlägen
• die vom Meer beeinflusste Mittelmeerküste mit ausgeglichenerem Klima
• das Wüstenklima südlich der Schotts
Niederschläge fallen fast nur in den Wintermonaten und werden meistens von Tiefausläufern der weiter nördlich gelegenen Westwinddrift herangeführt. Im Sommer liegt das gesamte Land im Bereich der subtropischen Hochdruckzone welche die Tiefdruckgebiete der Westwinddrift um das Mittelmeer herumleitet.
Jedoch kann es in Ausnahmefällen auch im Sommer zu heftigen Regenfällen kommen, die vorher ausgetrocknete Oueds (Wadi) in reißende Ströme verwandeln.
Mit zunehmender Entfernung vom Mittelmeer weicht sein ausgleichender Einfluss einem kontinentalen Klima. Die extremsten Werte werden in der Sahara mit sommerlichen Temperaturen von 50° C und Bodenfrösten im Winter erreicht.
Unerträgliche Hitze kann der in Tunesien Chehili genannte Scirocco (Saharawind) bringen.
Während im Norden die jährliche Niederschlagsmenge noch über 400 mm liegt und damit für einen erfolgreichen Regenfeldbau ausreicht, ist im Süden die Verdunstung stärker als die Niederschlagsmenge.
Tunesien ist ein Schwellenland mit einer Spitzenposition in Afrika und im Maghreb. Durch das Assoziationsabkommen mit der EU will Tunesien in den Kreis der Industrienationen aufsteigen.
Wichtigste Wirtschaftszweige (2002, Anteil am Bruttoinlandsprodukt in %) sind:
Dienstleistungssektor
- Tourismus 7,1%
- Transport und Telekommunikation 10%
-
sonstige Dienstleistungen 37%
Landwirtschaft/ Fischerei
13% (1/3 aller Beschäftigten)
Industrie
- verarbeitende Industrie 21%
- nicht verarbeitende Industrie 12%
Tunesiens Hauptdevisenbringer sind die verarbeitende Industrie und der Fremdenverkehr (jährlich rund 4 Mio. Auslandsgäste). Letzterer konzentriert sich vor allem auf die Küstenregionen. Bedeutende Touristenorte sind die Regionen um den Golf von Hammamet (Hammamet, Nabeul, Sousse, Port El Kantaoui und Monastir) sowie die Insel Djerba.
Etwa 50 Prozent der Landesfläche werden für intensive Landwirtschaft genutzt. Im fruchtbaren Norden wird vor allem Obst, Gemüse und Getreide angebaut, in Zentraltunesien Datteln und Oliven. Tunesien ist außerdem reich an Bodenschätzen wie Erdöl und Phosphaten, die ebenfalls exportiert werden.
Der Süden des Landes mündet in die Wüste Sahara und ist deshalb nach Süden immer weniger bewohnt und wirtschaftlich nutzbar.
Der Islam ist in Tunesien Staatsreligion, die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sind sunnitische Muslime. Die wenigen Christen sind meist europäischer Abstammung. Auf Djerba leben noch einige muslimische Kharidjiten sowie knapp 1.000 Juden. Auf der Halbinsel Djerba steht seit wahrscheinlich über 1.000 Jahren die Synagoge "La Ghriba". "La Ghriba" heißt übersetzt so viel wie "Die Bizarre". Der Legende nach ist sie eine der ältesten Synagogen des Judentums. Jedes Jahr, am 33. Tag nach Passah (zeitgleich mit dem westkirchlichen Ostertermin), findet hier die größte jüdische Wallfahrt Nordafrikas statt. Zu dieser Wallfahrt werden Gläubige aus der ganzen Welt erwartet.
Kalligrafie Tunesien ist bekannt für die große Zahl der erhaltenen römischen Mosaiken. Die bedeutendsten Archäologischen Fundstücke werden im Museum Le Bardo aufbewahrt.
Tunesien ist vor allem bekannt für die Musikrichtung des Malouf, welche andalusische Flüchtlinge nach der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert mitbrachten. Malouf wird von kleinen Orchestern gespielt, bestehend aus Violine, Trommel, Sitar und Laute (Oud). Modernes Malouf hat einige Elemente der Berber-Musik im Rhythmus. Baron Erlanger ist eine wichtige Figur der modernen tunesischen Musik. Er sammelte die Regeln und Geschichte des Malouf welches 6 Bände füllte und gründete eine Rachida, ein wichtiges Konservatorium, welches heute noch genutzt wird.
Zu den Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen Anouar Brahem, ein Oud-Spieler; El Azifet, ein seltenes reines Frauen-Orchester; Khemais Tarnane; Raoul Journou; Saliha; Saleh Mehdi; Ali Riahi; Hedi Jouini sowie Fethia Khairi.
Bekannte Musikinstrumente sind u. a. die Darbouka (Trommel) welche man in Tunesien eigentlich in jedem Haushalt findet.
Kunsthandwerk Teppich, Weberei, Tracht, Lederverarbeitung, Holzverarbeitung, Metallverarbeitung(Schmieden,Kupfer), Schmuck, Koralle, Silber, Keramik, Töpferei, Glas, Mosaik, Korbwaren aus Halfagras.
Tunesien ist besonders bekannt für
• Fußball (Sieger im Afrika-Cup 2004, Zoubaier Baya)
• Handball (Austragungsort der WM 2005)
• Im Sommer findet in der Nähe von Hammamet auch immer ein Schnellboot-Rennen statt.
• Die Tunesien-Rallye.