Die Ukraine liegt am östlichen Rand Europas und grenzt im Norden an Belarus und zusätzlich auch im Osten an die Russische Föderation. Im Westen wird das Land umringt von Ungarn und im Südwesten von Rumänien und Moldawien. Der Süden der Ukraine erstreckt sich am Assowschen- und am Schwarzen Meer entlang, in dem auch die Halbinsel Krim liegt.
UA
zwischen 51° 19´ und 56° 09´ nördlicher Breite, sowie 23° 12´ und 32° 44´ östlicher Länge
603.700 km²
17% Wald
57% Ackerland
N - S 900 km
W - O 1300 km
2.782 km
Kiew
Kiev (ca. 2.630.200 Einwohner)
Kharkiv (ca. 1.555.100 Einwohner)
Dnipropetrovsk (ca. 1.147.200 Einwohner)
Donetsk (ca. 1.088.200 Einwohner)
Odessa (ca. 1.046.400 Einwohner)
24 Regionen: Cherkas´ka (Cherkasy), Chernihivs´ka (Chernihiv), Chernivets´ka (Chernivtsi), Dnipropetrovs´ka (Dnipropetrovs´k), Donets´ka (Donets´k), Ivano-Frankivs´ka (Ivano-Frankivs´k), Kharkivs´ka (Kharkiv), Khersons´ka (Kherson), Khmel´nyts´ka (Khmel´nyts´kyy), Kirovohrads´ka (Kirovohrad), Kyyivs´ka (Kiev), Luhans´ka (Luhans´k), L´vivs´ka (L´viv), Mykolayivs´ka (Mykolayiv), Odes´ka (Odesa), Poltavs´ka (Poltava), Rivnens´ka (Rivne), Sums´ka (Sumy), Ternopil´s´ka (Ternopil´), Vinnyts´ka (Vinnytsya), Volyns´ka (Luts´k), Zakarpats´ka (Uzhhorod), Zaporiz´ka (Zaporizhzhya), Zhytomyrs´ka (Zhytomyr)
2 selbstständige Städte: Kyyiv, Sevastopol
autonome Krimrepublik: Avtonomna Respublika Krym* (Simferopol´)
höchster Berg: Gowerla 2.061 m
längster Fluss: Dnjepr (Teil) 2.280 km
Mai bis September
MEZ + 1 (UTC + 2)
März bis Oktober: MEZ + 2 (UTC + 3)
Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter
www.zeit-online.de
Botschaft der Ukraine
mit Konsularabteilung, Berlin
Zuständigkeiten: Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Albrechtstraße 26
10117 Berlin
Sprechzeit: Mo, Di, Mi, Fr 9-12.45 Uhr;
telefon. Sprechzeit zu Visafragen Mo bis Fr 9-13, 15-18 Uhr
Tel: (0 30) 28 88 70
Tel. Visa-Abt.: (0 30) 28 88 72 20
Tel. Visa-Informationsdienst (täglich 24 Stunden): 0190 923266 (1,24 Euro/Minute)
Fax: Botschaft (0 30) 28 88 71 63
Fax Visa-Abt.: (0 30) 28 88 72 19
Email: ukremb@t-online.de
Homepage: www.botschaft-ukraine.de
Amtssprache ist Ukrainisch. In vielen Gebieten ist Russisch noch Umgangssprach, vor allem in Kyiw, der Ostukraine und auf der Krim. In manchen Regionen werden auch andere Minderheitensprachen gesprochen wie Gagausisch und Slowakisch.
1 Hrywnja = 100 Kopiyok (Singular: Kopiyaka)
Den aktuellen Kurs gibt es unter www.wechselkurse.de
UAH (ISO-Code)
Banknoten gibt es im Wert von 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 UAH
Münzen in den Nennbeträgen 50, 25, 10, 5, 2 und 1 Kopiyok
Werden nur in größeren Städten von einigen Hotels und Restaurants angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
k. A.
50.658.000 Einwohner
84.7 Menschen je km²
Post: Sendungen nach Westeuropa sind oft über zwei Wochen unterwegs.
Telegramme: In den Hauptpostämtern von Großstädten besteht ein 24 Stunden Service.
Internet/E-Mail: Hauptanbieter: UANet (www.ua.net) und Ukraine Intercom . Internetcafés gibt es Kyiw, Odessa und Lwiw.
220 V, 50 Hz. Zwischenstecker erforderlich
Nach Deutschland: 81049
Von Deutschland: 00380
Geschäfte: Mo bis Sa 8-19 Uhr (Kaufhäuser). Kleinere Läden haben Mo bis Fr 9-18 Uhr geöffnet. Einige Läden haben auch bis 20 Uhr geöffnet.
Banken: Mo bis Fr 9/10-13 und 14-18 Uhr
Büros: Mo bis Fr 9-18 Uhr. Dazwischen liegt eine Mittagspause von ca. über einer Stunde.
Post: Mo bis Fr 8.00-17.00 Uhr. Die Hauptpost in Kyiw ist rund um die Uhr geöffnet.
Republik
Präsident
keine
Die aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes gibt es unter www.crm.de
Einreise ohne Visum seit 01.05.2005.
EU-Bürger und die Bürger der Schweizerischen Eidgenossen können seit dem 01. Mai 2005 bis auf weiteres ohne Visum bis zu 90 Tage einreisen.
Voraussetzung:
Gültiger Reisepass oder Kinderausweis, sowie eine ukrainische Krankenversicherungspolice für den Aufenthalt.
Für Geschäftsreisende werden weiterhin multiple-Visa von der ukrainischen Botschaft ausgestellt!
Botschaft der Ukraine
mit Konsularabteilung, Berlin
Zuständigkeiten: Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Albrechtstraße 26
10117 Berlin
Sprechzeit: Mo, Di, Mi, Fr 9-12.45 Uhr;
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Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Kiew
Wul. Bohdana Chmelnythzkoho 25
01901 Kiew
Ukraine
Tel: (00380 44) 247 68 00
Tel. Bereitschaftsdienst für Notfälle außerhalb der üblichen Zeiten: (00380 44) 247 68 18
Fax: (00380 44) 247 68 18
Email: pr@german-embassy.kiev.ua
Homepage: www.german-embassy.kiev.ua
Die Ukraine (Ukrajina) ist ein Staat in Osteuropa und grenzt an Rumänien, Moldawien, Ungarn, die Slowakei, Polen, Weißrussland und Russland. Sie hat eine Küste am Schwarzen Meer, von dem die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim das Asowsche Meer abteilt. Die Ukraine ist das flächenmäßig zweitgrößte Land Europas.
Die Ukraine ist, wie ihre Nachbarländer Russland und Weißrussland, ein Nachfolgestaat der Kiewer Rus. Nach der Zersplitterung des Kiewer Reiches in unabhängige Fürstentümer, der Invasion der Mongolen, und dem Einverleiben der westlichen Teile des ostslawischen Territoriums durch das Großfürstentum Litauen und das spätere Polen-Litauen, war die Ukraine meist ein umstrittenes Gebiet zwischen den Großmächten Polen, Russland, dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn. Im 17. und frühen 18. Jahrhundert übte auch Schweden, im 20. Jahrhundert zeitweise Deutschland Einfluss auf die Ukraine aus. Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg stand das Land als Reichskommissariat Ukraine bzw. Generalgouvernement zum größeren Teil unter deutscher Zivilverwaltung. Die Ukraine war Schauplatz zahlreicher Massenmorde an Juden und sowjetischen Kriegsgefangenen (z.B. Massaker von Babi Jar). Zwischen 1943 und 1947 tobte nicht nur ein Partisanenkrieg gegen die deutschen Okkupanten, sondern es gab auch eine Unabhängigkeitsbewegung (ukrainische Aufständischenarmee: Ukrainska Povstanska Armija) gegen die Sowjetherrschaft, die vom NKWD niedergeschlagen wurde. Im Zuge der "Westverschiebung" Polens wurde die polnische Bevölkerung aus der Ukraine und im Gegenzug die ukrainische Minderheit zum größten Teil aus Polen gewaltsam vertrieben (Operation "Wisa/Weichsel"). Danach war die Ukraine - wie zuvor - Teil der Sowjetunion. Die Ukraine ist seit 1991 unabhängig. 2004 erlebte die Ukraine einen demokratischen Umschwung ("orangene Revolution"), ausgelöst durch die Präsidentschaftswahlen, aus denen Wiktor Juschtschenko als Sieger hervorging.
Der größte Teil der Ukraine (ca. 95%) liegt auf dem Gebiet der Osteuropäischen Ebene. Andere Landschaftsräume finden sich lediglich in der südlichen Westukraine, wo das Land Anteil an den Karpaten und an der Pannonischen Ebene hat, und im äußersten Süden, wo sich das Krimgebirge befindet. Der höchste Berg des Landes ist der Howerla in den Karpaten, welcher eine Höhe von 2.061 Metern erreicht. Die höchste Erhebung der Krim ist der Roman Kosch mit 1.545 Metern.
Auf dem zur Osteuropäischen Ebene gehörenden Teil erstrecken sich insbesondere im Norden und Süden des Landes große Tiefländer (ukrainisch ) wie etwa das Dnjeprtiefland und die Schwarzmeersenke. Das Gelände erreicht dort Höhen zwischen 0 und 200 m. Aufgrund des niedrigen Reliefs fließen die Flüsse dieses Gebiets sehr langsam. Hierzu gehören etwa der Dnepr (ukrainisch Dnipro), die Desna, und der Siwerskij Donez. Viele kleinere Flüsse sind von versumpften Ufer mit Schilfbestand geprägt. Im Bereich der Tiefländer gibt insbesondere in der zentralukrainischen Oblast Poltawa kleinere Gas- und Erdölvorkommen, welche aber für eine Eigenversorgung des Landes nicht ausreichend sind. Hoffnungen werden in die Erschließung von Feldern im Schwarzen Meer gesetzt. Aufgrund der vermuteten Rohstoffvorkommen bestehen momentan Grenzstreitigkeiten mit dem südwestlichen Nachbarland Rumänien um die Schlangeninsel.
Im zentralen Landesteil erstrecken sich von Westen nach Osten höherliegende Gebiete mit Geländehöhen zwischen 200 und knapp über 500 m, welche Platten (ukrainisch ) genannt werden. Zu diesen gehören etwa die Podilische oder die Donezplatte. Diese Platten bestehen überwiegend aus Gestein aus dem Erdaltertum, welches durch die Entstehung des alpidischen Gebirgsgürtels in den letzten 10 Mio. Jahren wieder angehoben worden ist. Sie sind reich an Rohstoffen wie etwa Eisenerz und Kohle. Die größten Erzvorkommen finden sich um Krywyj Rih in der Oblast Dnipropetrowsk, während die Kohlelager sich überwiegend im Gebiet um die Stadt Donezk befinden. Die Platten sind von zahlreichen kleineren und größeren Flüssen durchschnitten, welche sich teilweise tief ins Gelände eingeschnitten haben. Dies gilt etwa für die oberen und mittlere Einzugsgebiete des Dnister und des Südlichen Bugs.
Abgesehen von den Berggebieten und den süwestlichen und südlichen Küstenregionen lässt sich die Ukraine hinsichtlich des Klimas, der Böden und der Vegetation in drei Großzonen gliedern. Im Nordwesten hat es Anteil an den Prypjatsumpfgebieten, welches insbesondere durch frühere Gletschervorstöße aus Skandinavien während der Eiszeiten geprägt wurde. Hier finden sich die schlechtesten Böden des Landes. Hinzu kommt, dass diese Region besonders stark von der Katastrophe von Tschernobyl betroffen ist. Das Gebiet erhält relativ viel Niederschlag (500-750mm), die Sommer sind mild mit Durchschnittstemperaturen im Monat Juli von 17 - 19°C.
An diese Zone schließt sich nach Süden und Südosten die sogenannte Waldsteppenzone an, in welcher ehemals bestehende Waldbestände aber überwiegend schon abgeholzt wurden. Hier befinden sich weit ausgedehnte Lössebenen, die im Eiszeitalter unter periglazialen Bedingungen entstanden sind. Aus dem Löss haben sich überwiegend sehr fruchtbare Schwarzerdeböden entwickelt, welche zu den ertragreichsten der Welt gehören. Die Niederschlagsmengen liegen zwischen 350 und 400 mm, die Juli-Durschnittstemperaturen bei 20°C. Insgesamt bietet dieses Gebiet sehr gute Bedingungen für eine landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings sind die Böden sehr erosionsanfällig, wenn sie, wie oft in Sowjetzeiten geschehen, falsch bestellt werden.
Im Südosten grenzt die Steppenzone an, welche nur über relativ geringe Niederschläge von teilweise unter 250 mm im Jahr verfügt. Auch sind die Sommer hier sehr heiß mit Durchschnitttemperaturen im Juli von teilweise über 23°C. Die fruchtbaren Schwarz-und Kastanienbraunerden dieses Gebietes konnten überwiegend erst ab Mitte des 20. Jh. in Wert gesetzt werden, nachdem durch den Bau von Staudämmen an den großen Flüssen ausgedehnte Bewässerungsanlagen entstanden sind.
Die Küstenregionen südlich des Krimgebirges und im südwestlichen Bessarabien sind sehr fruchtbar und werden aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen mit milden Wintern insbesondere für den Obst- und Weinanbau genutzt.
Der Nordwesten der Ukraine wird als Wolynien bezeichnet. Diese Landschaft wird mit Galizien zu den "Keimzellen" einer unabhängigen Ukraine gerechnet, da diese Gebiete erst im Zuge des Zweiten Weltkriegs erstmals unter russische Herrschaft gekommen sind, womit sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht abfinden konnte. Das Entstehungsgebiet der ukrainischen Kultur im heutigen Sinne liegt aber im Gebiet östlich von Kiew, wo im 17. Jh. für kurze Zeit der Kosakenstaat bestand.
Der geographische Mittelpunkt des Landes befindet sich in der Nähe der Siedlung Dobrowelytschiwka, Oblast Kirowohrad.
Wichtige Städte neben der Hauptstadt Kiew (ukrain. Kyjiw, rus. Kijew) sind Charkiw, Czernowitz (ukrainisch Tscherniwzi), Dnipropetrowsk, Donezk, Iwano-Frankiwsk, Lemberg (ukrainisch Lwiw), Luhansk, Odessa, Poltawa, Saporischja, Sewastopol, Simferopol, Tschernihiw und Uschhorod.
Die Ukraine ist in 24 Oblaste (ukr. /oblast, Pl. /oblasti; Bezirke, wörtl. Gebiete), die Autonome Republik Krim und zwei Städte mit Sonderstatus gegliedert.
Die Ukraine ist ein ehemals staatskapitalistisches (kommunistisches) Land, das in den 90er Jahren einen Privatisierungsprozess eingeleitet hat. Das Jahr 2004 steht im Zeichen eines relativ starken wirtschaftlichen Aufschwungs.
Die wichtigsten Außenhandelspartner sind Russland (28%), Deutschland (8%) und Italien (4,2%), gefolgt von Turkmenistan (3,8%), Polen (3,4%) und die Volksrepublik China (3,3%) (Zahlen 2003). Zu Zeiten der Sowjetunion galt die Ukraine als Kornkammer des Landes. Hinzu kommen im Osten des Landes Bergbau und Industrie. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 10,8%.
Im nördlichen Teil des Landes gab es einst eine ausgedehnte Waldsteppe mit sehr fruchtbarem Lößboden. Bis auf einen kleinen Restbestand wurden diese Wälder jedoch abgeholzt und in Ackerland umgewandelt. Das Land verfügt heute nur noch über etwa fünf Prozent Waldanteil an der Gesamtfläche. Bekannt sind die Birkenwälder um Kiew.
An der nördlichen Grenze des Landes zu Weißrussland kann in einem Radius von 50 Kilometern um den Ort Pripjat seit der Reaktorkatastrophe von Tschornobyl (russisch Tschernobyl) wegen der anhaltenden Verseuchung keine Landwirtschaft mehr betrieben werden. Unabhängig davon leidet die Landwirtschaft seit einigen Jahrzehnten zusätzlich unter starker Bodenerosion. Durch die damit verbundene Versteppung des Landes hat die Ukraine schon rund ein Achtel ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche eingebüßt.
Im Süden der Ukraine an der Küste und auf der Krim wird Wein- und Obstanbau betrieben, im Rest des Landes wird vorwiegend Weizen angebaut. Bei Krywyj Rih, Dnipropetrowsk und Saporischja befinden sich Eisenerzlagerstätten mit entsprechender Verarbeitung. Hinzu kommen Maschinenbau, Bau von Elektrogeräten sowie eine umfangreiche Werftenindustrie. Ausgeführt werden vor allem Kohle, Stahl, Elektrogeräte und Nahrungsmittel, eingeführt werden vor allem Energieträger (Gas und Erdöl) aus Russland. Im Donezkbecken befinden sich viele Bergwerke, die stark sanierungsbedürftig sind und in denen es immer wieder zu schweren Grubenunglücken kommt.
Die Ukraine besitzt aus Zeiten der Sowjetunion vor allem eine Nord-Süd-Verkehrsorientierung (Moskau-Kiew-Odessa, Moskau-Charkiw-Krim). Man versucht aber seit der Unabhängigkeit des Landes, die Infrastruktur in eine West-Ost-Orientierung zu reorganisieren und die Verbindungen zu Polen, der Slowakei und Ungarn zu intensivieren (Anbindung an den Paneuropäischer Korridor III: Straßenverbindung und Bahnstrecke Berlin/Dresden - Wrocaw - Krakau - Lwiw - Kiew und V: Kosice - Tschop - Lwiw bzw. Budapest - Tschop - Lwiw).
Die Ukraine ist heute vor allem ein Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Kaukasus beziehungsweise zwischen Südeuropa und Russland. Hauptverkehrsträger in der Ukraine ist die Eisenbahn, gefolgt vom Straßenverkehr und der Binnenschifffahrt auf dem Dnepr (Dnipro). In allen wichtigen grossen Städten befinden sich internationale Flughäfen; in Odessa, Mykolajiw, Cherson, Sewastopol und Kertsch befinden sich Seehäfen.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1990/1991 konnte die Ukraine das Produktionsniveau von 1991 noch nicht wieder erreichen. Dies wird insbesondere dem Mangel an institutionellen Reformen zugeschrieben. Derzeit liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei 5.000 Euro. Es ist damit nur geringfügig höher als in China.
Viele Einwohner auf dem Land betreiben Subsistenzwirtschaft, da Löhne und Rente verspätet und unvollständig ausbezahlt wurden und das Lohniveau mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten (in den 90er Jahren Hyperinflation) nicht mithalten konnte.
Seit 1998 hat sich die ukrainische Wirtschaft aber stabilisiert. Vermehrt drängen ausländische Firmen in das Land und übernehmen Betriebe oder gründen Auslandsfilialen, einerseits wegen der im internationalen Vergleich sehr günstigen Lohnsituation bei guter Qualifikation und andererseits, um Marktanteile in der Ukraine zu besetzen. Die Ukraine erzielt inzwischen einen Leistungsbilanzüberschuss. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ist im Jahr 2004 auf etwa 12 % gestiegen. Der Ende des Jahres 2004 erfolgte Machtwechsel, der nicht nur den Präsidenten betraf, sondern auch für neue Mehrheiten im Parlament sorgte, lässt tiefgreifende Reformen erwarten. Sie dürften die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Aufschwung zumindest langfristig verbessern.
Allerdings könnten sich künftig auch neue Belastungen ergeben: Der bislang sehr günstige Preis für Gas (etwa 35 - 40 % der Preise in Westeuropa) könnte sich drastisch erhöhen. Mit 4 Milliarden Dollar machen die Gasimporte 14 Prozent der ukrainischen Importe aus. Die ukrainische Wirtschaft ist an dieser Stelle besonders empfindlich und in hohem Maße von Russland abhängig.
Die von der neuen Regierung angestrebte stärkere wirtschaftliche Ausrichtung der Ukraine in Richtung Europäische Union kann die Abhängigkeit der Ukraine von russischen Energielieferungen zwar kaum verringern. Sie dürfte aber die ausländischen Investitionen steigen lassen und so den wirtschaftlichen Aufschwung stärken.
Die Europäische Union hat im Dezember 2004 einen "Aktionsplan" für eine engere Zusammenarbeit mit der Ukraine im Rahmen ihrer sogenannten "Nachbarschaftspolitik" gebilligt. Als Prioritäten werden im Aktionsplan unter anderem folgende Punkte genannt:
Benita Ferrero-Waldner, EU-Kommissarin für auswärtige Beziehungen und europäische Nachbarschaftspolitik, nannte darüber hinaus u.a. folgende Maßnahmen, um die Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine zu stärken:
Grundlagen der Beziehungen der Ukraine zur EU sind:
Seit 1994 leistet die EU außerdem im Rahmen des TACIS-Programms Beratungs- und Ausstattungshilfe in der Ukraine. Deutschland hat einen Anteil von fast 30% an der Finanzierung dieses Programms.
Ziel der "Europäischen Nachbarschaftspolitik" der EU ist lediglich eine verstärkte Zusammenarbeit mit den EU-Nachbarstaaten, die durch "Aktionspläne" konkretisiert wird. Für osteuropäische Nachbarstaaten wurde bisher neben dem Aktionsplan für die Ukraine im Dezember 2004 auch ein Aktionsplan für das Nachbarland Moldawien beschlossen.
Im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit soll den Nachbarstaaten langfristig eine Beteiligung am EU-Binnenmarkt und an einigen Gemeinschaftsprogrammen eröffnet werden. Eine Beitrittsperspektive, so EU-Kommissarin Ferrero-Waldner in einem Interview mit der Deutschen Welle am 21. Januar 2005, eröffnet die Nachbarschaftspolitik nicht.
Demgegenüber hat der ukrainische Staatspräsident Juschtschenko wiederholt betont, beispielsweise am 25. Januar 2005 vor dem Europarat in Straßburg, er strebe als "strategisches Ziel" einen Beitritt der Ukraine zur EU an.
78% Ukrainer, 17% Russen, 0,9% Ruthenen, 0,6% Weißrussen, insgesamt über 100 Nationalitäten, darunter rund 33.000 Deutsche, 260.000 Krimtataren, 18.000 Mescheten und 1.000 Krimtschaken.
73 Prozent der ethnischen Ukrainer sprechen Ukrainisch als Muttersprache, 74,4 Prozent beherrschen Russisch. Die russische Sprache dominiert im Osten und Süden der Ukraine bis heute und auch in Kiew hat sie noch einen relativ hohen Stellenwert. Der Westen des Landes ist dagegen rein ukrainischsprachig. Seit der Unabhängigigkeit verschieben sich diese Verhältnisse aber in begrenztem Maße zugunsten des Ukrainischen, da es nun im ganzen Land Pflichtfach ist und zunehmend Unterrichtssprache an den Schulen wird. An den ukrainischen Hochschulen, insbesondere im technischen Bereich, findet der Unterricht jedoch mangels ukrainischer Fachliteratur überwiegend in russischer Sprache statt.
Lebenserwartung: Gesamtbevölkerung 65,91 Jahre, Männer 60,23 Jahre, Frauen 71,87 (Schätzung 1999; Vergleichszahlen für Deutschland: Gesamtbevölkerung 77,17 Jahre, Männer 74,01 Jahre, Frauen 80,5 Jahre)
Die Ukraine ist traditionell ein multikonfessionelles Land. Die dominierenden Konfessionen sind die orthodoxen Kirchen, von denen die Ukrainisch-orthodoxe Kirche und die Ukrainisch-orthodoxe Kirche Moskauer Patriarchats mit 46,5 Prozent fast die Hälfte ausmachen. Erstere untersteht einem Patriarchen in Kiew, während letztere der Russisch-orthodoxen Kirche in Moskau zugehört. Zwischen beiden Konfessionen schwelt ein erbitterter Streit um Legitimität und um Besitzansprüche an Immobilien. Den orthodoxen Ritus befolgt auch die 1596 entstandene griechisch-katholische Kirche, die allerdings die Suprematie des Papstes anerkennt und mit Rom uniert ist. Ferner gibt es in der Ukraine römisch-katholische (Polen, Deutsche), lutherische und islamische Minderheiten (Tataren).
Vor dem ersten Weltkrieg lebten mehrere Hunderttausend Österreicher und Deutsche auf dem Staatsgebiet der heutigen Ukraine (Galizien, Bukowina, Wolhynien, Schwarzmeerküste); heute sind es noch etwa 30.000 bis 40.000.
Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten in der Ukraine sehr viele Juden - die Ukraine war eines der Hauptverbreitungsgebiete der jiddischen Sprache - die jedoch zu großen Teilen während der Besatzung durch das Deutsche Reich von SS-Einsatzgruppen ermordet wurden. Die Überlebenden wandern seitdem in die USA, nach Israel und nach Deutschland aus. Heute leben noch ungefähr 500.000 Juden in der Ukraine. Ihre Zahl nimmt wegen der erwähnten Auswanderung und des allgemeinen Geburtenrückgangs weiterhin ab.