Der Canal Grande ist eine knapp vier Kilometer lange, zwischen 30 und 70 Meter breite und bis zu fünf Meter tiefe Hauptwasserstraße in Venedig. Die Bezeichnung Canale Grande ist weder historisch noch durch den aktuellen Sprachgebrauch zu rechtfertigen. Die erste Biegung des S-förmigen Kanals wird als volta di Canal bezeichnet.
Der Canal Grande trennt die Stadtviertel (Sestieri) San Marco, Cannaregio und Castello von den weiter südöstlich gelegenen Stadtteilen Dorsoduro, San Polo und Santa Croce. Derzeit existieren drei Brücken über den Kanal, deren älteste die Rialto-Brücke ist. Es handelt sich dabei um eine gegen Ende des 16. Jahrhunderts anstelle einer Holzbrücke errichtete gedeckte Brücke in Kalkstein. Bis zur Errichtung der Accademia- und der Scalzi-Brücke im 19. Jahrhundert (jeweils im 20. Jahrhundert erneuert) war die Rialto-Brücke die einzige feste Verbindung über den Kanal.
Neben den Brücken und den städtischen Wasserbussen ermöglichen seit jeher an mehreren festgelegten Stellen Gondeln (sog. traghetti) ein Übersetzen.
Aus der Eigenschaft des Canal Grande als Hauptverkehrsader der Stadt ist die fast durchweg repräsentative Randbebauung in Form von sechs Kirchen und mehrerer Dutzend Paläste hochgestellter Persönlichkeiten aus der Zeit der Republik Venedig, so beispielsweise der Palazzo Grimani, zu erklären.
Verluste an historischer Bebauung, darunter eine Kirche, mußten im 19. Jahrhundert durch die Errichtung des Bahnhofs am westlichen Ende des Kanals verzeichnet werden. Das ist auch der Grund für den, für einen Bahnhof etwas seltsamen Namen: Stazione Ferroviaria S.Lucia. Zur Erinnerung an ebenjene abgerissene Kirche S.Lucia erhielt er diese Bezeichnung.
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